Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat bei einer Pressekonferenz im Berliner Tiergarten vor möglichen Nachahmungstaten nach dem Amoklauf beim Christopher-Street-Day (CSD) gewarnt. „Man kann Nachahmer nicht ausschließen“, sagte Dobrindt mit Blick auf die noch ungeklärte Motivlage des Täters. Die Sicherheitsbehörden seien in erhöhter Alarmbereitschaft, um weitere Anschläge zu verhindern.
Terrorakt beim CSD in Berlin
Bei dem Anschlag am vergangenen Wochenende war ein Mann in eine Menschenmenge auf der CSD-Parade in Berlin gefahren und hatte mehrere Menschen getötet und verletzt. Die Polizei fahndet seitdem intensiv nach dem mutmaßlichen Attentäter Abdul Ballout. Der 32-Jährige syrischer Herkunft ist nach Angaben der Ermittler noch immer auf der Flucht. „Wir durchkämmen derzeit alle relevanten Orte mit Spürhunden und Hubschraubern“, erklärte ein Polizeisprecher. Besonderes Augenmerk liege auf dem Hauptbahnhof und weiteren Verkehrsknotenpunkten, wie BILD berichtet.
Ermittlungsstand und Sicherheitsmaßnahmen
Die genaue Todeszahl steht noch nicht endgültig fest, nach letzten Informationen kamen bei dem Anschlag mindestens vier Menschen ums Leben. Dutzende wurden zum Teil schwer verletzt. Dobrindt bestätigte, dass die mutmaßliche Tatwaffe ein Kleintransporter sei, der in den vergangenen Tagen von den Behörden sichergestellt worden sei. Die Ermittler prüfen derzeit Verbindungen zu islamistischen Netzwerken. Die Bundesregierung hat unterdessen eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen angekündigt. „Wir ziehen alle Konsequenzen aus dieser abscheulichen Tat“, so Dobrindt.
Suche nach dem Täter läuft auf Hochtouren
Die Polizei hat eine Großfahndung nach Abdul Ballout eingeleitet. Nach BILD-Informationen wurde sein Wohnsitz in Berlin-Neukölln durchsucht, dabei sichergestelltes Material wird derzeit ausgewertet. Zeugenaussagen zufolge sei Ballout nach der Tat Richtung Innenstadt geflüchtet. Schwer bewaffnete Kräfte haben den Hauptbahnhof und umliegende Bahnhöfe durchsucht, bisher ohne Erfolg. Die Bevölkerung wird zur Wachsamkeit aufgerufen, aber vor unnötiger Panik gewarnt.
Reaktionen aus der Politik
Bundeskanzler Olaf Scholz nannte die Tat einen „Angriff auf unsere offene Gesellschaft“ und sprach den Opfern und Angehörigen sein Mitgefühl aus. Auch die Opposition forderte eine lückenlose Aufklärung und schärfere Gesetze gegen Terrorismus. Die CSD-Organisatoren kündigten eine Solidaritätskundgebung für das kommende Wochenende an. Dobrindt mahnte jedoch zur Besonnenheit: „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen, aber auch nicht leichtsinnig werden.“



