Hisbollah lehnt Waffenruhe mit Israel ab: „Schamlose“ Verhandlungen
Hisbollah lehnt Waffenruhe ab: „Schamlos“

Die Hisbollah im Libanon hat die jüngst in Washington ausgehandelten Bedingungen für eine Waffenruhe mit Israel entschieden abgelehnt. In einer im Fernsehen verlesenen Erklärung von Hisbollah-Chef Naim Kassim hieß es: „Das angekündigte Abkommen ist ein Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils.“ Ein Rückzug seiner Kämpfer aus dem Südlibanon, wie in der Vereinbarung gefordert, würde für die Miliz eine Kapitulation bedeuten. Die Verhandlungen mit Israel bezeichnete Kassim als „schamlos“.

Hisbollah fordert vollständigen Waffenstillstand und israelischen Abzug

Für die Terrormiliz sind eine vollständige Waffenruhe und der Abzug Israels aus dem Süden des Libanon entscheidende Voraussetzungen. „Uns geht es um ein Ende der Aggression, einen Waffenstillstand und den Rückzug Israels“, betonte Kassim. Er fügte hinzu: „Wir haben keiner Partei zugesichert, den Widerstand einzustellen, solange die Besatzung andauert.“ Solange israelische Truppen im Land blieben, werde der Widerstand fortgesetzt. Zudem warnte Kassim, dass der Norden Israels nicht sicher sei, solange libanesische Dörfer bombardiert und Menschen getötet würden. Eine Verknüpfung der Präsenz der Hisbollah mit einer Waffenruhe oder einem israelischen Abzug lehnte er kategorisch ab.

Einigung in Washington: Waffenruhe unter Bedingungen

Israel und der Libanon hatten sich am Mittwoch bei ihren Gesprächen in Washington auf die „Umsetzung einer Waffenruhe“ geeinigt. Dabei sollten bestimmte „Pilotzonen“ unter „exklusiver Kontrolle“ der libanesischen Armee geschaffen werden, wie es in einer gemeinsamen Erklärung hieß. Zudem sollten noch in diesem Monat weitere Gespräche stattfinden. Beide Seiten schränkten jedoch ein, dass die Umsetzung einer Waffenruhe „von einer vollständigen Einstellung der Angriffe der Hisbollah“ auf Israel abhänge.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Iran fordert dauerhaften Waffenstillstand – Israel will Offensive fortsetzen

Der Iran hat gefordert, dass ein dauerhafter Waffenstillstand auch den Libanon einschließt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hingegen will die israelische Offensive fortsetzen, bis die Hisbollah keine Bedrohung mehr darstellt. Israelische Truppen haben bereits etwa ein Fünftel des Libanon eingenommen, seit die Hisbollah wenige Tage nach Beginn des Krieges in Solidarität mit dem Iran Raketen- und Drohnenangriffe gestartet hat. US-Präsident Donald Trump, der am Mittwoch eine seltene Rüge vom Kongress erhielt, versuchte, die diplomatische Sackgasse herunterzuspielen. Er sagte Reportern, dass im Nahen Osten „ein Waffenstillstand bedeutet, dass man in gemäßigterer Weise schießt“.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration