Moskau meldet 635 abgefangene Drohnen aus der Ukraine
Moskau meldet 635 abgefangene Drohnen aus der Ukraine

Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht zahlreiche ukrainische Drohnen abgefangen. Konkret meldete das Ministerium 635 abgefangene Drohnen. Zudem sei eine nicht genannte Zahl von Raketen abgefangen worden – das Ministerium sprach von mehr als 600. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar. In der Ukraine kamen bei den erneuten russischen Angriffen nach offiziellen Kiewer Angaben mindestens acht Menschen ums Leben.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts der jüngsten Angriffswelle erneut eindringlich an die internationale Gemeinschaft appelliert. „Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt“, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache. Er bekräftigte die Forderung nach weiteren Patriot-Flugabwehrraketen. Diese seien notwendig, um die Städte und die Energieinfrastruktur der Ukraine zu schützen.

Moskau meldet 635 abgefangene Drohnen

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass in der Nacht insgesamt 635 ukrainische Drohnen abgeschossen worden seien. Die Angaben lassen sich wegen des Krieges nicht unabhängig prüfen. In den vergangenen Wochen hatten beide Seiten immer wieder hohe Abschusszahlen genannt. Die Ukraine bestätigte ihrerseits, dass russische Angriffe abgewehrt worden seien, gab aber zunächst keinen detaillierten Überblick.

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Moskau betont regelmäßig die Effektivität seiner Luftverteidigung. Doch die tatsächliche militärische Lage ist schwer einzuschätzen, da sowohl russische als auch ukrainische Quellen oft nur teilweise Informationen bereitstellen.

Acht Tote bei russischer Angriffswelle

Die ukrainischen Behörden meldeten für die vergangene Nacht mindestens acht Tote. Weitere Einzelheiten über die getroffenen Orte und die Zahl der Verletzten wurden bis zum Morgen nicht bekannt. Die Rettungsarbeiten liefen in mehreren Regionen. Immer wieder berichten örtliche Verwaltungen von zerstörten Wohngebäuden und beschädigter Infrastruktur – eine unabhängige Bestätigung gibt es in den wenigsten Fällen.

Die anhaltende Angriffswelle trifft die ukrainische Bevölkerung hart. Humanitäre Organisationen warnen vor einer sich weiter verschärfenden Lage. Viele Städte stehen unter Druck, weil die Energieversorgung immer wieder durch Raketenbeschuss beeinträchtigt wird.

Selenskyj fordert Patriot-Systeme

In seiner abendlichen Ansprache richtete Selenskyj einen direkten Appell an die Partnerländer. Die Ukraine brauche Antworten auf den russischen Terror – echte Antworten. Damit spielte er auf die wiederholten Bitten um mehr Luftabwehrsysteme an. Mehrere westliche Staaten haben der Ukraine bereits Patriot-Systeme geliefert. Doch nach Einschätzung Kiews reichen diese nicht aus, um das gesamte Land vor Raketen und Drohnenangriffen zu schützen.

Die erneute Forderung kommt in einer Phase, in der die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung des Konflikts keine sichtbaren Fortschritte zeigen. Die militärischen Auseinandersetzungen sind weiterhin auf hohem Niveau.

Millionen Schutzsuchende in der EU

Der Krieg hat inzwischen zu einer der größten Fluchtbewegungen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Rund 4,4 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer haben seit Beginn des Krieges Schutz in der Europäischen Union gefunden. Das geht aus den offiziellen Aufnahmezahlen hervor. Die meisten Geflüchteten kamen in den ersten Monaten des Krieges, einige kehrten später wieder zurück, viele blieben jedoch dauerhaft.

Die EU hat mit einem besonderen Schutzmechanismus dafür gesorgt, dass ukrainische Geflüchtete schnell Zugang zu Wohnungen, medizinischer Versorgung und Arbeit erhalten. In Deutschland sind viele ukrainische Kinder und Jugendliche in Schulen und Kitas integriert worden. Das gesellschaftliche Engagement ist weiterhin groß, auch wenn die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zwischenzeitlich nachgelassen hat.

Luftkrieg ohne Ende

Die gegenseitigen Angriffe aus der Luft gehen unvermindert weiter. Während Russland ukrainische Städte mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen beschießt, versucht die Ukraine mit eigenen Drohnenangriffen die russische Logistik und Nachschubwege zu treffen. Die Angaben über abgeschossene Flugobjekte sind kaum zu kontrollieren. Klar ist: Der Krieg bleibt für die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten verheerend.

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Wie lange die ukrainische Luftverteidigung den russischen Angriffen standhalten kann, hängt maßgeblich von weiteren Waffenlieferungen ab. Selenskyj macht dies immer wieder deutlich: Jede Rakete, jede Drohne, die abgewehrt werde, rette Leben. Seine Botschaft an die Welt ist daher eindeutig: „Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt.“