Plädoyers im Magdeburger Anschlags-Prozess könnten beginnen
Plädoyers im Magdeburger Anschlags-Prozess starten

Plädoyers im Magdeburger Anschlags-Prozess könnten beginnen

Im Verfahren um den Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt hat das Landgericht die Vielzahl der Beweisanträge des Angeklagten und seiner Verteidigung abgewiesen. Vorsitzender Richter Dirk Sternberg erklärte bei der rund eineinhalbstündigen Verkündung der Beschlüsse, dass es sich bei vielen Anträgen nicht um förmliche Beweisanträge handele. Die vom Angeklagten angeführten Umstände seien für die zu treffende Entscheidung unerheblich. Der 51-Jährige hatte zuvor diverse Vorwürfe gegen Behörden und Einzelpersonen erhoben.

Prozessverlauf und nächste Schritte

Nach einer Mittagspause könnte die Generalstaatsanwaltschaft mit ihrem Plädoyer beginnen, so Sternberg. An den folgenden Verhandlungstagen sollen dann die Schlussvorträge der Nebenkläger und der Verteidigung folgen. Dieser Prozessabschnitt wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Der 35. Verhandlungstag begann mit einer Verzögerung von rund einer halben Stunde, da der Angeklagte in seiner Glaskabine schrie und sich längere Zeit nicht beruhigte. Fünf maskierte Justizspezialkräfte umstellten den 51-Jährigen und brachten ihn zunächst aus dem Saal. Kurz darauf wurde er wieder hereingeführt. Richter Sternberg berichtete, der Angeklagte habe dies als „Showeinlage für die Presse“ bezeichnet.

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Hintergrund des Anschlags

Der damals 50-jährige Taleb Al-Abdulmohsen soll am 20. Dezember 2024 mit einem über zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Fahrzeug rund 350 Meter über den Weihnachtsmarkt gerast sein. Bei der Tat kamen fünf Frauen und ein neunjähriger Junge ums Leben. Mehr als 300 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem aus Saudi-Arabien stammenden Mann, der als Psychiater im Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter arbeitete, unter anderem vollendeten Mord in sechs Fällen und versuchten Mord in 338 weiteren Fällen vor.

Beteiligung der Nebenkläger

In dem Verfahren gibt es mehr als 200 Nebenkläger, von denen jedoch nur wenige im Verhandlungssaal anwesend sind. Das Landgericht verhandelt seit dem 10. November 2025 in einem eigens errichteten Interimsgebäude unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gegen den Todesfahrer. Der Prozess wird weiterhin mit großer medialer Aufmerksamkeit verfolgt.

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