Trump warnt Netanjahu: Israel könnte im Iran-Konflikt allein dastehen
Trump warnt Netanjahu vor Alleingang gegen Iran

Trump warnt Netanjahu: Israel könnte im Iran-Konflikt allein dastehen

US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eindringlich vor einem erneuten Krieg gegen den Iran gewarnt. Sollte es zu einem neuen Konflikt kommen, könnte Israel auf sich allein gestellt sein, sagte Trump in einem Interview des US-Nachrichtenportals „Axios“. „Ich habe gesagt: 'Bibi (Netanjahu), du solltest besser vorsichtig sein, oder du wirst sehr bald auf dich allein gestellt sein'“, zitierte das Portal den US-Präsidenten. Die Warnung erfolgte vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalation zwischen Israel und dem Iran, die nach einer mehrmonatigen Waffenruhe wieder aufgeflammt ist.

Iran erklärt Angriffe auf Israel für beendet

Die iranischen Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Israel für beendet erklärt. Die Islamische Republik habe zur Unterstützung des Libanons Israel eine „schmerzhafte Antwort“ erteilt, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Militärführung. „Vor diesem Hintergrund wird die Einstellung der Operationen der Streitkräfte bekanntgegeben.“ Aus israelischen Militärkreisen hieß es zuvor, die Armee stelle sich erneut auf einen mindestens mehrtägigen Konflikt mit dem Iran ein. Man sei zugleich auch auf einen längeren Krieg vorbereitet. Den Angaben zufolge arbeitet das Land mit den USA bei der Abwehr des iranischen Raketenbeschusses zusammen, die Angriffe auf Ziele im Iran führe Israels Armee jedoch alleine aus. Weiter hieß es, Israels Luftwaffe habe bislang neun Luftverteidigungs- und Radarsysteme sowie eine petrochemische Anlage im Iran ins Visier genommen. Dort sollen laut Armee Materialien für die Herstellung von Raketen produziert worden sein. Der Iran wiederum habe seit Sonntagabend bislang mehr als 20 ballistische Raketen Richtung Israel gefeuert, hieß es aus israelischen Armeekreisen weiter.

Libanon: Fünf Tote bei israelischem Angriff

Bei einem israelischen Angriff auf den Süden des Libanon sind nach libanesischen Angaben fünf Menschen getötet worden. Acht weitere seien bei dem Angriff auf Tyros verletzt worden, erklärte das libanesische Gesundheitsministerium am Montag. Darunter seien vier Sanitäter des Roten Kreuzes. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Montag erklärt, die israelische Armee werde die Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon ungeachtet iranischer Drohungen weiter fortsetzen. Die Angriffe erfolgten trotz der Waffenruhe, die am 17. April in Kraft trat. Nach offiziellen libanesischen Angaben hat Israel seitdem fast 3500 Angriffe auf den Libanon durchgeführt. Rund 30 Soldaten der staatlichen Armee und fast 20 weitere Sicherheitskräfte seien seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar und der erneuten Eskalation im Libanon getötet worden. Insgesamt wurden im Libanon nach offiziellen Angaben seitdem mehr als 3500 Menschen getötet und mehr als 10.000 weitere verletzt.

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Israel fängt Drohne aus dem Jemen ab

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben über dem Süden des Landes eine Drohne aus dem Jemen abgefangen. Der Vorfall im Luftraum über der Stadt Eilat am Roten Meer sei abgeschlossen, teilte das Militär auf der Plattform X mit. Die Streitkräfte machten keine Angaben dazu, welche Gruppe sie für den Drohnenangriff verantwortlich machten. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hatte am Montag einen Angriff auf Israel mit mehreren Raketen für sich beansprucht. Es war der erste direkte Angriff der Huthi auf Israel seit Anfang April, also etwa seit Beginn der Waffenruhe im Iran-Krieg. Zu der Attacke war es infolge der jüngsten gegenseitigen Angriffe Israels und des Irans gekommen. Beide Staaten erklärten später am Montag aber, zunächst von weiteren Angriffen abzusehen.

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Ermittlungen gegen Israels Sicherheitsminister Ben-Gwir in Italien

In Italien laufen Insiderangaben zufolge Ermittlungen gegen den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gwir wegen des Verdachts der Folter und Freiheitsberaubung. Hintergrund ist der Umgang mit Aktivisten einer Gaza-Hilfsflotte im vergangenen Monat, unter denen sich auch italienische Staatsbürger befanden, wie aus Justizkreisen verlautet. Ben-Gwir erklärte in einer Stellungnahme, er werde sich den Ermittlungen nicht entziehen und weiterhin an der Seite der israelischen Einsatzkräfte stehen. Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnet das Vorgehen gegen die Aktivisten als „inakzeptabel“. Sollten die Ermittlungen ergeben, dass eine Anklage gerechtfertigt ist, könnten die Staatsanwälte einen formellen Antrag auf Einleitung eines Verfahrens stellen.

Huthi-Miliz kündigt „Gürtel des Widerstands“ an

Die iranischen Al-Kuds-Brigaden kündigen die Errichtung eines neuen Sicherheitsgürtels an. Dieser „Gürtel des Widerstands“ soll sich von der Straße von Hormus bis zur Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste des Jemen sowie vom Golf bis zum Roten Meer erstrecken, sagte der Kommandeur Esmail Kaani nach Angaben von staatlichen Medien. Unter dem Begriff „Widerstand“ oder „Achse des Widerstands“ fasst die Führung in Teheran ihre Verbündeten in der Region zusammen, zu denen unter anderem die Huthi-Rebellen im Jemen gehören.

Libanons Präsident bietet Verhandlungen an

Der libanesische Präsident Joseph Aoun richtet einen seltenen Appell an Israel und bietet Verhandlungen über ein Ende des Krieges an. Eine militärische Lösung werde den Menschen im Norden Israels niemals Sicherheit bringen, sagte Aoun in einem Interview mit dem Sender CNN. Der Libanon sei bereit für Gespräche. Ein Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu schließt Aoun jedoch vor einer Einigung aus. Bei der angestrebten Vereinbarung solle es sich um einen Nichtangriffspakt und nicht um ein vollständiges Friedensabkommen handeln.

Iran will US-Seeblockade durchbrechen

Der Iran will die von den USA errichtete Seeblockade nach den Worten seines Chefunterhändlers Mohammad Bagher Ghalibaf durchbrechen. Man werde sie in eine weitere Niederlage für den Feind verwandeln, teilte Ghalibaf auf seinem Telegram-Kanal mit. „Wir werden weder nur kämpfen noch nur verhandeln; vielmehr werden wir zu unserer eigenen Zeit kämpfen und zu unserer eigenen Zeit verhandeln“, erklärte er. Das Ziel des Iran sei ein Ende des Krieges und eine stabile Sicherheit. Man habe kein Vertrauen in die Gegenseite.

US-Militär beschließt Tanker wegen Blockadeverstoßes

Ein US-Kampfflugzeug hat nach Angaben des US-Militärs im Golf von Oman einen unbeladenen Öltanker beschossen und außer Gefecht gesetzt. Das Schiff habe gegen die US-Blockade iranischer Häfen verstoßen, erklärte das US-Militär am Montag. Das Kampfflugzeug vom Typ F/A-18 Super Hornet habe „Präzisionsmunition“ auf den Maschinen- und Steuerraum des Schiffes abgefeuert, nachdem die Besatzung den Anweisungen der US-Streitkräfte nicht Folge geleistet habe, erklärte das US-Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X. Das unter der Flagge von Palau fahrende Schiff „M/T Marivex“ sei „nicht mehr“ in Richtung Iran unterwegs. Die USA haben angesichts der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus durch den Iran eine Blockade iranischer Häfen verhängt. Immer wieder wurden in der Region Schiffe angegriffen.

Israelische Armee verschärft Zensur

Vor dem Hintergrund des neuen Schlagabtauschs zwischen Iran und Israel hat die israelische Armee ihre Vorschriften für die Berichterstattung verschärft. Medien dürfen nach den am Montag verbreiteten Zensuranweisungen nur noch von „einzelnen“ oder „Dutzenden“ feindlichen Raketen sprechen, aber keine genauen Zahlen angeben. Ebenso wenig dürfen iranische Raketentreffer an militärischen oder strategisch wichtigen Orten sowie auf See veröffentlicht werden, auch keine Bilder von Abfangmaßnahmen oder Angaben zu Orten, an denen Trümmer niedergingen. Man habe „absolut kein Interesse, dem Feind Geschenke zu machen“, hieß es in der Anweisung. Im Zweifelsfall seien Berichte oder Bilder vor der Veröffentlichung dem Zensor vorzulegen. Zudem macht die Armee Journalisten Formulierungsvorschläge. „Veröffentlichen Sie keine Berichte über Raketen, die ihr Ziel verfehlt haben oder auf dem Flugweg abgestürzt sind. Geben Sie stattdessen an, dass sie ‚ihr Ziel nicht erreicht haben‘“, heißt es beispielsweise in den Anweisungen.

Großbritannien ruft zur Deeskalation auf

Die britische Regierung hat den Iran und Israel zur Deeskalation aufgerufen. „Niemand hat ein Interesse an der Wiederaufnahme des Konflikts zwischen dem Iran und Israel“, schrieb Außenministerin Yvette Cooper auf der Plattform X. „Beide Seiten müssen sich in Zurückhaltung üben und die Lage unverzüglich deeskalieren.“ Die Verhandlungen für eine dauerhafte, für alle notwendige Lösung müssten fortgesetzt werden, um Frieden und Stabilität in der Region zu erreichen und den globalen Handel wiederherzustellen.