Ukraine-Krieg Tag 1566: Abramowitsch als Putins Kurier – Selenskyj lehnt ab
Ukraine-Krieg Tag 1566: Abramowitsch als Putins Kurier

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert nun seit 1566 Tagen an. Inmitten dieser unerbittlichen Auseinandersetzung ist der Oligarch Roman Abramowitsch erneut als Kurier des Kremlchefs Wladimir Putin aufgetreten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte in einem Interview mit dem britischen Sender „Sky News“, dass Abramowitsch vergangenen Monat nach Kyjiw gereist sei, um ihm eine persönliche Nachricht von Putin zu überbringen. Selenskyj zufolge sollte der Multimilliardär ausloten, zu welchen Zugeständnissen die Ukraine bereit sei, insbesondere im Hinblick auf die umkämpfte Region Donbas.

Selenskyjs klare Antwort an Putin

Laut eigener Darstellung erwiderte Selenskyj unmissverständlich: „Wir werden euch keinen Sieg schenken, auf diese Art, und ihr werdet ihn auch nicht erringen!“ Diese Reaktion spiegelt die Haltung vieler Ukrainer wider, die Gebietsabtretungen ablehnen, da sie Russland nur ermutigen würden, den Konflikt fortzusetzen. Zudem besteht die Sorge, dass Moskau nach einem Waffenstillstand erneut angreifen könnte, ähnlich wie nach dem Budapester Memorandum. Ein ernsthafter Frieden bleibt für das Land in weiter Ferne, wie die jüngste Ablehnung eines Fünf-Punkte-Plans aus Kyjiw, Paris, Berlin und London durch den Kreml zeigt.

Nato-Kampfjets schießen Drohne über Lettland ab

In Lettland haben Nato-Kampfjets eine Drohne abgeschossen, die nach Angaben der lettischen Armee infolge „russischer elektromagnetischer Kriegsführung“ in den Luftraum des baltischen Staates eingedrungen war. Die Herkunft und Art des Flugobjekts blieben zunächst unklar. Parallel dazu wurden in der Republik Moldau Trümmer einer Drohne nahe der ukrainischen Grenze entdeckt, die vermutlich mit einem nächtlichen russischen Angriff in der benachbarten Ukraine in Verbindung stehen.

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EU unterstützt Ukraine mit Milliardenhilfen

Die Europäische Union hat der Ukraine weitere Finanzhilfen in Höhe von knapp 2,8 Milliarden Euro überwiesen. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko betonte, dass die Gelder für die Finanzierung wichtiger Staatsausgaben, darunter soziale und humanitäre Bedarfe, verwendet werden sollen. Diese Unterstützung ist ein weiteres Zeichen der Solidarität der EU mit der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Aggression.

Angriffe auf Passagierzug auf der Krim und russische Ölanlagen

Der von Moskau eingesetzte Statthalter auf der Krim, Sergej Aksjonow, wirft der Ukraine vor, bei einem Angriff auf einen Passagierzug auf der Strecke Moskau–Simferopol einen Lokführerassistenten getötet und den Lokführer verletzt zu haben. Die Ukraine selbst meldete erfolgreiche Angriffe auf ein russisches Öldepot in Noworossijsk sowie auf eine Pumpstation in der Region Wolgograd, bei denen Brände ausgebrochen seien.

Wahlsieg von Nikol Paschinjan in Armenien

In Armenien hat Ministerpräsident Nikol Paschinjan die Wahl für sich entschieden, obwohl der Kreml mit Desinformation, Importverboten und Drohungen versuchte, seinen prorussischen Kontrahenten Narek Karapetjan zu unterstützen. Paschinjan, ein Pragmatiker, trotzt Putin, darf ihn jedoch nicht vollends verprellen. Die Analyse seiner Dilemmata zeigt die komplexe Lage an der Schnittstelle zwischen EU und Russland.

Atomwaffen: ICAN-Jahresbericht und Putins Drohungen

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) stellt ihren Jahresbericht vor, der die Ausgaben der neun Atommächte für neue Nuklearwaffen beziffert. In einer Zeit, in der Putin Nuklearwaffen wieder als Machtinstrument einsetzt, sogar die atomwaffenfähige Rakete Oreschnik gegen die Ukraine, wird die Bedrohung durch Atomwaffen wieder greifbar. Paradoxerweise könnte dies Putin militärisch verwundbarer machen, wie der Nuklearstrategie-Experte Hans M. Kristensen erklärt.

Vorstellung der neuen Autorin

Ab heute übernimmt Maria Kotsev, Redakteurin im Ressort Internationales beim Tagesspiegel, diesen Newsletter. Ihre journalistische Arbeit führte sie seit 2022 regelmäßig in die Ukraine, ins Baltikum und nach Georgien. Sie freut sich über Kritik, Anregungen und Fragen per E-Mail.

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