Im Fall um die Vorwürfe digitaler Gewalt von Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen hat die Wochenzeitung „Die Zeit“ offenbar zwei lange Interviews geführt – jedoch ohne Veröffentlichung. Wie die Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, sprachen Journalistinnen Ende März fünf Stunden mit Christian Ulmen. Der Schauspieler habe dabei „umfassende Antworten“ gegeben und ausführlich über die Ehe sowie die gegen ihn erhobenen Vorwürfe gesprochen. Nach einer Auseinandersetzung über Formulierungen im Autorisierungsprozess seien jedoch sämtliche Zitate zurückgezogen worden: Ulmen und sein Anwalt hätten „letztlich alle Zitate wieder kassiert“.
Zweites Gespräch mit Anwalt Schertz
Ein weiteres Gespräch mit Ulmens Anwalt Christian Schertz habe Mitte Mai in Berlin stattgefunden und zweieinhalb Stunden gedauert. Schertz habe dabei „aufschlussreich auf kritische Fragen“ geantwortet, berichtet die Zeitung. Anschließend habe der Anwalt jedoch ebenfalls die Freigabe aller Aussagen verweigert. Als Begründung führte er an, eine der Journalistinnen sei ihm gegenüber wegen eines früheren Artikels befangen gewesen. Damit hätten sowohl Ulmen als auch sein Anwalt nach ausführlichen Gesprächen auf eine öffentliche Darstellung ihrer Sicht verzichtet.
Hintergrund der Vorwürfe
Fernandes hatte ihrem Ex-Mann im März im „Spiegel“ unter anderem häusliche Gewalt und das Erstellen gefälschter Online-Profile vorgeworfen. Ulmen soll andere Männer angeschrieben und sich als Fernandes ausgegeben haben, darunter auch berufliche Kontakte der Schauspielerin. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt wegen des Verdachts mehrerer Körperverletzungsdelikte aus den Jahren 2022 und 2023. Ob auch weitere Vorwürfe aus dem Bereich der digitalen Gewalt Gegenstand von Ermittlungen werden, wird noch geprüft. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.



