Trump reist wohl nicht zum WM-Eröffnungsspiel der USA
Trump wohl nicht bei WM-Eröffnungsspiel der USA

Am Donnerstag beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Präsident Donald Trump hatte das Turnier als ein Sportereignis von „historischem“ und „gewaltigem“ Ausmaß angekündigt. Die WM ist Teil der Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten und sollte größer und besser sein als je zuvor. Umso überraschender ist es, dass Trump zum aktuellen Zeitpunkt nicht plant, am Freitag zum Eröffnungsspiel der USA in Los Angeles zu reisen.

Medienberichte über Trumps Verzicht

Wie „Politico“ und die „New York Times“ unter Berufung auf mit der Planung vertraute Quellen in der US-Regierung berichten, wird Trump voraussichtlich nicht nach Los Angeles reisen. Stattdessen werden Außenminister Marco Rubio, Transportminister Sean Duffy und Heimatschutzminister Markwayne Mullin das Spiel der USA gegen Paraguay besuchen. Das US-Außenministerium teilte mit, dass Rubio am Rande des Spiels mit dem paraguayischen Präsidenten Santiago Peña zusammentreffen wird, um den Ausbau der strategischen Partnerschaft beider Länder zu besprechen. Rubio ist maßgeblich für die Südamerika-Politik der USA verantwortlich.

Mögliche Gründe für Trumps Fernbleiben

Es wäre typisch für Trump, in letzter Minute alle Pläne umzuwerfen und doch noch zu kommen. Allerdings wäre es ein ungewöhnlicher Bruch mit der WM-Tradition, wenn das Staatsoberhaupt eines Gastgeberlandes nicht beim Eröffnungsspiel der eigenen Nationalmannschaft dabei wäre. 2022 war der Emir von Katar anwesend, 2018 saß Russlands Präsident Wladimir Putin im Stadion, und 2014 war die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff zugegen. Das Weiße Haus ließ die Berichte bislang unkommentiert. Trump selbst sagte einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP, dass er „natürlich“ bei WM-Spielen zuschauen werde, ließ jedoch offen, bei welchen.

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Erst vor wenigen Tagen wurde Trump bei einem Spiel der NBA-Finals in New York schwer ausgebuht. Möglicherweise möchte der Republikaner solche Bilder vermeiden, wenn die gesamte Fußballwelt live zuschaut. Das Match am Freitag findet im liberalen Bundesstaat Kalifornien statt, wo Protestrufe im Stadion sicher wären.

Kritik an der WM

Ohnehin gibt es viel Kritik an der WM: Viele US-Städte sind mit der Logistik überfordert, und Eintrittspreise von bis zu 30.000 US-Dollar verärgern die Fans. Einige US-Bundesstaaten untersuchen bereits möglichen Ticket-Wucher. Zudem überschatten der Krieg der USA und Israels gegen den Iran sowie die strenge Visapolitik für bestimmte Staaten das Großevent.

Für besonders großes Entsetzen sorgte der Fall eines somalischen Schiedsrichters, dem die Einreise verweigert worden war. Der 34-jährige Omar Artan sollte als erster Somalier Schiedsrichter bei einer WM sein. Wie die kenianische Zeitung „Eastleigh Voice“ berichtet, hatte er ein gültiges Visum und einen von der somalischen Botschaft in Kenia ausgestellten Diplomatenpass bei sich. Dennoch wurde er am Flughafen von Miami abgewiesen. Somalia ist eines von 39 Ländern, für die die US-Regierung strikte Einreisebeschränkungen verhängt hat.

Fifa-Chef Gianni Infantino, der Trump bei der Endauslosung für die WM 2026 den extra für den Anlass geschaffenen Fifa-Friedenspreis verliehen hatte, bezeichnete den Vorfall als „unglücklich“ und riet der Öffentlichkeit, sich zu entspannen. Der Weltfußballverband könne dem Gastgeber nichts vorschreiben.

Trumps Terminkalender

In Washington laufen derweil die Vorbereitungen für Trumps 80. Geburtstag am 14. Juni. Am Freitag will er der „New York Times“ zufolge das Gelände vor dem Weißen Haus begutachten, wo alles für den Käfigkampf am Sonntag aufgebaut worden ist. Eine Reise zum WM-Spiel nach Los Angeles passt möglicherweise einfach nicht in seinen Terminkalender.

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