DFB einig mit Klopp: Red Bull entscheidet über Bundestrainer
DFB einig mit Klopp: Red Bull entscheidet über Bundestrainer

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Jürgen Klopp haben sich in einem mehrstündigen Gipfeltreffen in New York auf die wesentlichen Eckpunkte eines potenziellen Vertrags verständigt. Die Einigung steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass Klopps derzeitiger Arbeitgeber Red Bull einer Freigabe zustimmt. Der 59-Jährige ist als „Head of Global Soccer“ bis 2029 an den Getränkekonzern gebunden. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke trafen Klopp und seinen Berater Marc Kosicke in einem Hotel am John F. Kennedy Airport. Das Treffen dauerte über vier Stunden.

Einigung auf Eckpunkte – Red Bull muss zustimmen

Der DFB teilte mit: „Bei dem konstruktiven Austausch wurde eine Verständigung über wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages erzielt. Die Gespräche werden in der kommenden Woche fortgesetzt.“ Weiter hieß es: „Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen – vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull – letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können.“ Die entscheidende Rolle spielt nun Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer von Red Bull und langjähriger Macher bei RB Leipzig. Klopp sagte über Mintzlaff: „Ich weiß, dass ihm der deutsche Fußball am Herzen liegt.“ Mintzlaff war nach dem WM-Desaster 2022 Mitglied einer Task Force, die Neuendorf und Watzke im DFB installierten. Nun könnte er die Freigabe für Klopp erteilen.

Klopp als Markenbotschafter – Widerstand an der Basis

Ein mögliches Modell sieht vor, dass Klopp als Markenbotschafter mit Red Bull verbunden bleibt. Dies stößt bei Amateurvertretern im DFB auf Kritik, die eine Öffnung der Nationalmannschaft für Red Bull ablehnen. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei der Gesellschafterversammlung und dem Aufsichtsrat der DFB GmbH & Co. KG. Maßgebliche Landesverbandspräsidenten wie Ralph-Uwe Schaffert (Norddeutscher Verband), Peter Frymuth (Westdeutscher Verband), Hermann Winkler (Sachsen) und Christoph Kern (Bayern) unterstützen Neuendorfs Klopp-Pläne, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Neuendorf informiert die Gremien „fortlaufend“ und erhielt einen erheblichen Verhandlungsspielraum, jedoch „nicht um jeden Preis“.

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Historische Parallele zu Klinsmann

Die Verpflichtung eines Jürgen K. als Bundestrainer spielt sich erneut in New York ab. Bereits 2004 reisten DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder und Generalsekretär Horst R. Schmidt in die US-Metropole, um Jürgen Klinsmann als Nachfolger von Rudi Völler zu gewinnen. Klinsmann, der 2006 das Sommermärchen initiierte, beschrieb das Anforderungsprofil für einen Nationaltrainer: „Im Grunde bist du ein Menschen-Manager.“ Diese Fähigkeit wird auch Klopp zugeschrieben, der bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool Teams zu Titeln führte.

Klopps Aufgaben und Perspektiven

Klopp wird voraussichtlich in zehn Wochen die Vorbereitung auf die ersten Länderspiele nach der WM in Herzogenaurach aufnehmen. Es stehen vier Partien innerhalb von zehn Tagen gegen die Niederlande, Serbien und zweimal Griechenland an. Er muss einen Perspektivkader für die EM 2028 formen und klären, welche Ü30-Spieler wie Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger oder Serge Gnabry noch eine Zukunft haben. Auch die Kapitänsfrage, die Torwartposition und der Spielstil – Power-Pressing und Umschalten statt statischem Ballbesitz – sind offen. Klopp sagte nach dem WM-Aus gegen Paraguay: „Der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern.“ Damals sprach er noch als TV-Experte – bald möglicherweise als Bundestrainer.

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