Der israelische Ex-Profi Chen Pomeranz steht kurz vor seinem Einstieg in die Handball-Bundesliga. Die HSG Wetzlar plant, den 41-Jährigen ab dem kommenden Sommer als neuen Co-Trainer zu verpflichten. Pomeranz ist in der deutschen Handballszene kein Unbekannter: Er spielte bereits für den ASV Hamm-Westfalen, den TV Großwallstadt und zuletzt für die HSG Wetzlar. Nun soll er als Assistent des isländischen Cheftrainers Runar Sigtryggsson (54) fungieren.
Chen Pomeranz: Von der Platte an die Seitenlinie
Pomeranz ist derzeit noch beim israelischen Handballverband unter Vertrag, wo er als Cheftrainer der U21-Nationalmannschaft und als Co-Trainer der A-Nationalmannschaft arbeitet. Seine aktive Karriere begann er in der Jugend bei seinem Heimatverein AS Ramat haScharon. Über die Stationen Maccabi Tel Aviv und ASA Tel Aviv führte ihn sein Weg in die Schweiz zu Grasshopper Club Zürich und zum HC Kriens. Im Jahr 2008 wechselte er zur HSG Wetzlar, bevor er die letzten drei Jahre seiner aktiven Laufbahn in Spanien bei BM Puerto Sagunto und Club Balonmano Puente Genil verbrachte. Für die israelische Nationalmannschaft absolvierte Pomeranz 161 Länderspiele und erzielte dabei 418 Tore.
Innovation abseits des Spielfelds
Neben seiner Trainertätigkeit entwickelt Pomeranz gemeinsam mit einem Freund eine Handball-App, die Spielanalysen ermöglicht. Mit dieser App können Teams wahrscheinliche Spielverläufe simulieren und sich gezielt auf Gegner vorbereiten. Dieses Projekt zeigt, dass Pomeranz nicht nur als Trainer, sondern auch als Innovator im Handball Fuß fassen möchte.
Vertrag bis 2027 geplant
Laut Informationen von SPORT BILD könnte Pomeranz bei der HSG Wetzlar einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027 unterschreiben. Interessanterweise ist auch das Arbeitspapier von Cheftrainer Sigtryggsson bis zu diesem Datum gültig. Die Verpflichtung von Pomeranz wäre ein weiterer Schritt im massiven Umbau des Handball-Bundesligisten aus Mittelhessen. Unter dem neuen Sport-Geschäftsführer Michael Allendorf (39) hat der Verein bereits mehrere Veränderungen vorgenommen.
Klassenerhalt in letzter Sekunde
Die HSG Wetzlar hatte sich in der vergangenen Saison nach einer beeindruckenden Leistungssteigerung in den letzten Wochen aus dem Abstiegskampf befreit. Dennoch mussten die Mittelhessen bis zur letzten Sekunde um den Klassenerhalt bangen. Mit der geplanten Verpflichtung von Pomeranz setzt der Verein nun auf Kontinuität und frische Impulse für die kommende Saison.
Die Handball-Bundesliga steht damit vor einer spannenden Entwicklung: Künstliche Intelligenz und moderne Analysetools könnten bald eine größere Rolle spielen, und Chen Pomeranz ist einer der Vorreiter dieser Entwicklung.



