Mercedes-Benz verdoppelt Produktionskapazität in Ungarn
Mercedes-Benz verdoppelt die Produktion in seinem ungarischen Werk in Kecskemét. Wie der Autobauer am Mittwoch mitteilte, wird die jährliche Kapazität von derzeit 150.000 auf 300.000 Fahrzeuge erhöht. Dafür investiert das Unternehmen rund eine Milliarde Euro in die Erweiterung des Standorts.
Hintergrund der Expansion
Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage nach Mercedes-Fahrzeugen, insbesondere in Europa. Das Werk in Kecskemét produziert derzeit die Modelle A-Klasse, B-Klasse und CLA. Mit der Erweiterung sollen auch künftige Modelle der kompakten Fahrzeugklasse in Ungarn vom Band laufen. „Wir stärken unsere Produktion in Ungarn, um die wachsende Nachfrage nach unseren Fahrzeugen zu bedienen“, sagte Produktionsvorstand Markus Schäfer.
Schaffung von Arbeitsplätzen
Der Ausbau des Werks wird auch neue Arbeitsplätze schaffen. Mercedes-Benz plant, zusätzlich 1.000 Mitarbeiter einzustellen. Aktuell sind in Kecskemét rund 4.500 Menschen beschäftigt. Die Stadt Kecskemét liegt etwa 80 Kilometer südöstlich von Budapest und profitiert bereits seit Jahren von der Ansiedlung des Autobauers.
Investition in die Zukunft
Die Investition ist Teil der langfristigen Strategie von Mercedes-Benz, die Produktion in Osteuropa auszubauen. „Ungarn ist ein wichtiger Standort für uns, und wir investieren in die Zukunft des Werks“, erklärte Schäfer. Die Arbeiten zur Erweiterung sollen noch in diesem Jahr beginnen und bis 2025 abgeschlossen sein. Das Unternehmen setzt dabei auch auf Nachhaltigkeit: Das Werk soll künftig CO2-neutral produzieren.
Reaktionen aus der Politik
Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó begrüßte die Investition. „Mercedes-Benz zeigt damit Vertrauen in den ungarischen Wirtschaftsstandort“, sagte er. Die Regierung in Budapest unterstützt das Vorhaben mit Steuererleichterungen und Fördergeldern. Ungarn ist ein bedeutender Produktionsstandort für die Automobilindustrie, mit Werken von Audi, BMW und Suzuki.
Auswirkungen auf den Standort Deutschland
Die Expansion in Ungarn könnte Auswirkungen auf die deutschen Werke haben. Allerdings betonte Mercedes-Benz, dass die Produktion in Deutschland nicht reduziert werde. „Unsere Werke in Deutschland bleiben das Rückgrat unserer Produktion“, so Schäfer. Dennoch beobachten Gewerkschaften die Entwicklung mit Sorge. „Wir werden genau darauf achten, dass die Arbeitsplätze in Deutschland nicht gefährdet werden“, sagte ein Sprecher der IG Metall.



