Für rund 2,86 Millionen Versicherte der IKK Classic wird die Krankenversicherung ab dem 1. August teurer. Wie die Krankenkasse mitteilte, steigt der Zusatzbeitrag um 0,45 Prozentpunkte auf künftig 3,85 Prozent. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent ergibt sich damit ein Gesamtbeitrag von 18,45 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Kosten wie gewohnt. Für Beschäftigte bedeutet die Erhöhung je nach Einkommen Mehrkosten von bis zu rund 13 Euro im Monat. Selbstständige, die den Beitrag allein zahlen, müssen mit bis zu 26 Euro monatlich zusätzlich rechnen.
IKK Classic erhöht Beiträge: Sonderkündigungsrecht für Versicherte
Die IKK Classic zählt zu den größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands. Nach eigenen Angaben hatte sie Anfang Juni rund 2,3 Millionen Mitglieder. Einschließlich mitversicherter Angehöriger sind insgesamt etwa 2,86 Millionen Menschen bei der Kasse versichert. Mit der Beitragserhöhung erhalten Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Das gilt auch dann, wenn sie noch keine zwölf Monate Mitglied der IKK Classic sind. Wer die Krankenkasse wechseln möchte, muss die Kündigung spätestens bis zum Ende des Monats erklären, in dem der höhere Beitrag erstmals gilt. Für die aktuelle Erhöhung bedeutet das: Ein Wechsel ist noch bis Ende August möglich.
Neue Regeln erschweren Sonderkündigungsrecht
Künftig könnte es allerdings schwieriger werden, von diesem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Mit dem neuen GKV-Stabilisierungsgesetz entfällt die Pflicht der Krankenkassen, ihre Mitglieder über eine Erhöhung des Zusatzbeitrags aktiv zu informieren. Verbraucherschützer kritisieren diese Änderung deutlich. Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, bezeichnete die Neuregelung als „Unding“. Das Sonderkündigungsrecht werde dadurch faktisch ausgehöhlt, weil viele Versicherte von einer Beitragserhöhung möglicherweise gar nichts mitbekämen.
Weitere Kassen mit Beitragsanpassungen
Die IKK Classic ist nicht die einzige Krankenkasse, die ihren Zusatzbeitrag im laufenden Jahr angepasst hat. Während die BMW BKK ihren Beitrag zuletzt gesenkt hat, erhöhten unter anderem auch die IKK Südwest und die BKK Würth ihre Zusatzbeiträge. Betroffene sollten ihre Beitragssituation prüfen und gegebenenfalls von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, um zu einer günstigeren Kasse zu wechseln.



