Iran-Konflikt treibt Erdgaspreise auf höchsten Stand seit Monaten
Iran-Konflikt lässt Erdgaspreise stark steigen

Iran-Konflikt lässt Erdgaspreise nach oben schnellen

Nach dem jüngsten Angriff auf den Iran ist der Erdgaspreis so stark gestiegen wie seit Monaten nicht mehr. Marktbeobachter und Analysten warnen eindringlich vor weiteren Preissprüngen, sollte der militärische Konflikt im Nahen Osten andauern oder sich sogar noch weiter verschärfen.

Starker Preisanstieg am Großhandelsmarkt

Der Großhandelspreis für Erdgas ist nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran kräftig in die Höhe geschossen. Zum Handelsauftakt am Montag schnellte die Notierung für den richtungweisenden Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat an der Amsterdamer Börse bis auf 39,85 Euro je Megawattstunde. Das entspricht einem Anstieg von etwa 25 Prozent gegenüber dem Handel vom vergangenen Freitag und markiert den stärksten Preissprung seit August 2023.

Damit ist europäisches Erdgas aktuell so teuer wie zuletzt im Januar, als niedrige Temperaturen in weiten Teilen Europas und vergleichsweise niedrige Füllstände der Gasspeicher den Preis zeitweise über die Marke von 40 Euro je Megawattstunde getrieben hatten. Im Februar waren die Notierungen dann wieder spürbar gesunken und lagen bei etwa 30 Euro je MWh. Aufgrund langfristiger Verträge und Liefervereinbarungen dauert es üblicherweise eine gewisse Zeit, bis Energieversorger Preisänderungen im Großhandel an ihre Privatkunden weiterreichen.

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Weltweiter Energiehandel von Kriegsgeschehen betroffen

Am vergangenen Wochenende hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Der Iran reagierte prompt mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ein. Diese Meerenge gilt als eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels überhaupt.

Marktbeobachter sehen ein erhebliches Risiko für weitere Preisanstiege und halten sogar Dimensionen für möglich, wie sie beim Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 zu beobachten waren. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Konflikt länger andauert und weiter eskaliert. Zwar wird ein Großteil des Erdgases aus der Region am Persischen Golf vorrangig nach Asien geliefert. Eine Unterbrechung oder auch nur eine Einschränkung der Lieferungen von Flüssiggas durch die Straße von Hormus dürfte jedoch den Wettbewerb um alternative Bezugsquellen deutlich verschärfen und die Preise weltweit, also auch in Europa, in die Höhe treiben.

Straße von Hormus im Fokus der Analysten

In Europa sind die Gasvorräte nach dem vergangenen Winter vergleichsweise niedrig. Die Region muss in diesem Sommer große Mengen an Flüssiggas importieren, um die Speicher vor dem nächsten Winter wieder ausreichend aufzufüllen. Analysten der renommierten US-Investmentbank Goldman Sachs schließen einen weiteren Anstieg des Gaspreises keineswegs aus. Sollte der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus für einen ganzen Monat eingestellt werden, könnten sich die europäischen Gaspreise nach Einschätzung von Goldman Sachs mehr als verdoppeln.

Die aktuelle Situation unterstreicht einmal mehr die Verletzlichkeit der globalen Energieversorgung und die Abhängigkeit von politisch instabilen Regionen. Verbraucher und Unternehmen müssen sich auf volatile Energiepreise einstellen, solange die Spannungen im Nahen Osten anhalten.

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