Reiche setzt auf heimische Gasförderung und ukrainisches Biomethan für Heizungen
Reiche: Gasförderung in Deutschland ankurbeln

Wirtschaftsministerin Reiche will Gasförderung in Deutschland ausbauen

Die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche setzt bei der Energieversorgung verstärkt auf Gas aus heimischen Quellen. In einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe betonte die CDU-Politikerin: »Wir haben eigene Reserven in Deutschland«. Die Bundesregierung wolle die Gasförderung »nicht weiter behindern«.

Abwägung zwischen Umwelt und Rohstoffversorgung

Reiche räumte ein, dass eine sensible Abwägung zwischen Umweltinteressen und der Sicherung der Rohstoffversorgung notwendig sei. »Beides ist berechtigt«, so die Ministerin. Sie verwies darauf, dass Deutschland kürzlich den Niederlanden die Exploration eines Gasfelds in der Nordsee ermöglicht habe. »Das sollte – bei aller berechtigten Sorge um Meeresschutz – auch von deutscher Seite aus möglich sein«, argumentierte Reiche. Unpopuläre Maßnahmen einfach an Nachbarländer auszulagern, sei auf Dauer nicht tragbar.

Reform des Heizungsgesetzes: Biomethan aus der Ukraine

Parallel zur konventionellen Gasförderung plant die schwarz-rote Bundesregierung eine Reform des Heizungsgesetzes. Die bisherige Vorgabe eines Mindestanteils von 65 Prozent erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung soll entfallen. Als Ausgleich soll eine Grüngasquote eingeführt werden, die steigende Anteile von Biomethan und synthetischen Treibstoffen vorsieht.

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Für diese Quote schlägt Wirtschaftsministerin Reiche nun Biomethan-Importe aus der Ukraine vor. »Die Ukraine biete Biogas in großen Mengen an«, erklärte sie. Zwar gebe es noch regulatorische Hürden aufseiten der Ukraine und der EU, doch wenn diese gelöst seien, könne man mit signifikanten Importen rechnen. Reiche betonte: »Biomethan ist verfügbar, wird hierzulande produziert und schon jetzt im Markt vertrieben. Wo eine Nachfrage ist, wird sich ein Markt bilden«.

Herausforderungen bei der heimischen Gasförderung

Die Förderung fossiler Brennstoffe in Deutschland gestaltet sich schwierig. Ein Gericht stoppte kürzlich die Ölförderung auf der Bohrinsel Mittelplate. Zudem ist die Förderung von Schiefergas durch Fracking seit 2017 verboten, da Gefahren für das Grundwasser befürchtet werden. Deutschland verfügt jedoch außerhalb der Nordsee über reichliche Vorkommen an konventionellem Erdgas.

Reiche betonte, dass entscheidend sei, ob Gas zu guten Bedingungen förderfähig sei. »Darüber müssen wir sprechen – gerade wenn man nicht so viele Rohstoffe hat, gerade in so herausfordernden geopolitischen Zeiten«, so die Ministerin. Sie sieht in der heimischen Gasförderung einen wichtigen Baustein für eine sichere Energieversorgung.

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