Industrie in Sachsen-Anhalt fordert energischere Energiepolitik und schnellere Entscheidungen
Sachsen-Anhalt: Industrie mahnt schnelleren Energieausbau an

Industrie in Sachsen-Anhalt fordert energischere Energiepolitik und schnellere Entscheidungen

Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt drängt mit Nachdruck auf eine stärkere energiepolitische Eigenständigkeit und deutlich beschleunigte Entscheidungsprozesse beim Ausbau der Energieversorgung. Hohe Energiekosten belasten die Unternehmen in der Region erheblich und gefährden deren Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich.

Forderung nach mehr Souveränität und verlässlicher Versorgung

Auf der regionalpolitischen Jahrestagung des Bundeswirtschaftsministeriums in Halle appellierte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Sascha Gläßer, für mehr energiepolitische Souveränität. „Wir benötigen dringend eine verlässliche Energieversorgung und eine echte Stärkung der heimischen Produktion“, betonte Gläßer. Die aktuellen Energiekosten seien im internationalen Maßstab viel zu hoch und erforderten entschlossenes Handeln.

Prüfung heimischer Ressourcen an Land und auf See

Die Ankündigung der Bundesregierung, die Nutzung einheimischer Ressourcen zu überprüfen, wurde von Gläßer ausdrücklich begrüßt. Allerdings müssten diese Prüfungen „nicht nur offshore, sondern auch onshore“ erfolgen – also nicht ausschließlich in Nord- und Ostsee, sondern gleichermaßen an Land. Nur durch ein deutlich vergrößertes Energieangebot ließen sich die Preise nachhaltig senken, unterstrich der IHK-Präsident. Subventionierte Industriestrompreise könnten höchstens temporäre Entlastung bringen, seien aber keine dauerhafte Lösung.

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Besondere Bedeutung für die Chemieindustrie

Für die eng vernetzte Chemieindustrie im mitteldeutschen Revier ist eine sichere und bezahlbare Energieversorgung von existentieller Bedeutung. Der Erhalt der Grundstoffchemie habe oberste Priorität, da sie den Ausgangspunkt für zahlreiche Wertschöpfungsketten bildet. Eine Unterbrechung dieser Versorgung hätte weitreichende Folgen für die gesamte regionale Wirtschaft.

Entlastungen für den Mittelstand und Entbürokratisierung

Parallel mahnte Gläßer spürbare Entlastungen für den Mittelstand an, den er als „das Rückgrat unserer Wirtschaft“ bezeichnete. Notwendig seien vor allem beschleunigte Genehmigungsverfahren und eine konsequente Entbürokratisierung. Dadurch könne in den Unternehmen wieder mehr Personal für die eigentliche Wertschöpfung eingesetzt werden, anstatt sich mit administrativen Hürden aufhalten zu müssen.

Die Forderungen der Industrie verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf in der Energiepolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt langfristig zu sichern und die hohen Energiekosten wirksam zu bekämpfen.

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