Irankrieg und Sparpläne: Solarboom in Deutschland mit 7,4 Gigawatt neu installiert
Solarboom in Deutschland: 7,4 Gigawatt neu installiert

Solarzubau in Deutschland steigt um neun Prozent

Der Irankrieg und die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen der Solarförderung haben im ersten Halbjahr 2026 einen regelrechten Solarboom in Deutschland ausgelöst. Nach vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur gingen von Januar bis Juni neue Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 7,4 Gigawatt-Peak (GWp) ans Netz. Das entspricht einem Anstieg von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) mitteilte.

Damit sind in Deutschland mittlerweile mehr als sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 Gigawatt installiert. Die Nachfrage privater Hausbesitzer hatte sich im vergangenen Jahr zwar zunächst abgekühlt, doch der Beginn des Irankriegs Ende Februar und die angekündigte Einstellung der Solarzuschüsse durch die Bundesregierung haben das Interesse wieder deutlich steigen lassen.

Vorzieheffekt durch geplante Förderkürzung

Laut BSW Solar führt die Ankündigung des Endes der Solarförderung zu einem sogenannten Vorzieheffekt: Viele Hausbesitzer installieren jetzt noch schnell Anlagen, um von den bisherigen Zuschüssen zu profitieren. Der Verband erwartet, dass die endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr aufgrund von Nachmeldungen noch höher ausfallen könnten. Nach Erfahrungen der Vorjahre sei sogar ein Wert von bis zu 8,3 GWp möglich.

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„An einem stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt klima-, energie- und wirtschaftspolitisch kein Weg vorbei“, betonte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW Solar. Er appellierte an die Bundesregierung, beim Ausbau der Solarenergie nicht auf die Bremse zu treten.

Politische und geopolitische Hintergründe

Der Irankrieg, der Ende Februar 2026 begann, hat die Energiepreise erneut unter Druck gesetzt und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern deutlich gemacht. Gleichzeitig plant die Bundesregierung, die Förderung für private Solaranlagen zu beenden, was viele Hausbesitzer veranlasst, jetzt noch zu investieren. Der BSW Solar sieht darin eine kurzfristige Sonderkonjunktur, warnt aber vor einem Einbruch der Nachfrage, falls die Förderung tatsächlich ausläuft, ohne dass Alternativen geschaffen werden.

Körnig fordert daher eine verlässliche politische Rahmenbedingungen, um den Solarausbau langfristig zu sichern. „Wir brauchen keine Hauruck-Aktionen, sondern eine stabile Förderpolitik, die Planungssicherheit für Investoren und Verbraucher schafft“, sagte er.

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