Die Wirtschaftsministerin hat angekündigt, die Förderung neuer Solaranlagen schrittweise abzuschaffen. Ein Kommentar von Benedikt Müller-Arnold hält diesen Schritt in der Sache für richtig, kritisiert jedoch das Timing des Vorhabens ausdrücklich. Zu früh sei der Ausstieg aus der Förderung, da die Solarenergie noch nicht ohne staatliche Unterstützung auskommen könne.
Reform der Photovoltaik-Förderung ist notwendig
Langfristig sei eine Abkehr von Subventionen für Solaranlagen sinnvoll, da die Technologie inzwischen wettbewerbsfähig sei. Die Kosten für Photovoltaik-Module sind in den vergangenen Jahren drastisch gesunken, sodass Solarstrom ohne Förderung oft günstiger ist als Strom aus konventionellen Quellen. Dennoch, so der Kommentator, sei der Zeitpunkt der angekündigten Reform heikel.
Risiken für die Energiewende
Die Solarenergie genießt in weiten Teilen der Bevölkerung hohes Ansehen. Ein zu schneller Ausstieg aus der Förderung könnte das Vertrauen in die Energiewende beschädigen. Zudem sind viele Hausbesitzer und Unternehmen auf die Planungssicherheit angewiesen, die die Förderung bisher bot. Ein abruptes Ende könnte Investitionen in neue Solaranlagen verzögern oder ganz verhindern.
Timing ist das entscheidende Problem
Der Kommentar betont, dass die Reform grundsätzlich richtig sei, aber die Regierung das falsche Timing gewählt habe. Gerade in einer Phase hoher Energiepreise und wirtschaftlicher Unsicherheit sei es riskant, auf die bewährte Förderung zu verzichten. Stattdessen müsse die Politik einen geordneten Übergang gestalten, der sowohl der Industrie als auch den Verbrauchern Zeit zur Anpassung gebe.
Die Wirtschaftsministerin argumentiert, die Kosten für Solarstrom seien inzwischen so niedrig, dass eine Förderung nicht mehr nötig sei. Doch der Kommentator warnt vor den Folgen eines überstürzten Ausstiegs. Ohne ausreichende Übergangsfristen drohe ein Einbruch beim Ausbau der Solarenergie, was die ambitionierten Klimaziele gefährden könnte.
Fazit: Richtig gedacht, aber verkehrt umgesetzt
Insgesamt kommt der Kommentar zu dem Schluss, dass die Abschaffung der Solarförderung zwar ein logischer Schritt ist, aber die Regierung die Umstellung besser hätte vorbereiten müssen. Der Zeitpunkt sei unglücklich gewählt, da die Energiewende gerade jetzt auf breite Unterstützung angewiesen sei. Statt die Förderung zu streichen, sollte die Politik lieber Anreize für mehr Eigenverbrauch und Speichertechnologien setzen.



