USA fordern Iran zur Sicherung der Straße von Hormus auf – Eskalation droht
USA fordern Iran zur Sicherung der Straße von Hormus auf

Die US-Regierung setzt den Iran unter Druck: Bis Samstag soll die Führung in Teheran öffentlich versichern, dass die Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt offen bleibt und Angriffe auf Handelsschiffe unterbleiben. Das berichten das Portal „Axios“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Die Botschaft sei dem Iran direkt und über Vermittler überbracht worden. Welche Konsequenzen bei Nichtbefolgung drohen, blieb zunächst unklar.

Trump droht mit massiver Vergeltung

US-Präsident Donald Trump verschärfte den Ton und warf dem Iran vor, ein Attentat auf ihn zu planen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump: „1000 Raketen sind schussbereit und auf die Islamische Republik Iran gerichtet, und Tausende weitere werden unmittelbar folgen, sollte die iranische Regierung ihre in vielen Teilen der Welt ausgesprochene Drohung wahr machen, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, in diesem Fall MICH, zu ermorden oder das zu versuchen.“ Er fügte hinzu: „Die Befehle wurden bereits erteilt, und das US-Militär ist bereit, willens und in der Lage, innerhalb eines Jahres, vorbehaltlich einer Verlängerung, alle Gebiete des Iran vollständig zu dezimieren und zu zerstören.“

Zuvor hatte Trump am Freitag das Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg bekräftigt, aber zugleich die Tür für Gespräche offen gelassen. Teheran habe um eine Fortführung von Gesprächen gebeten, und die USA hätten zugestimmt, schrieb Trump, wobei er das Wort Gespräche in Anführungszeichen setzte.

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Schiffsverkehr in der Straße von Hormus fast zum Erliegen gekommen

Die strategisch wichtige Wasserstraße ist nach der jüngsten Eskalation nahezu blockiert. Am Donnerstag passierten Schiffsdaten und Branchenkreisen zufolge nur zwei Tanker die Meerenge: der unter US-Sanktionen stehende iranische Rohöl-Supertanker „Berg 1“ und der Chemikalientanker „Well Sail“ unter der Flagge der Marshallinseln. Jorge Leon, Leiter der geopolitischen Analyse beim Beratungsunternehmen Rystad Energy, erklärte: „Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus ist im Wesentlichen zum Erliegen gekommen, was im Moment mehr über die Risikowahrnehmung aussagt als jede Erklärung aus Washington oder Teheran.“

Vor dem offenen Konflikt wurden etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen durch die Straße von Hormus transportiert. In den vergangenen zwei Wochen war der Verkehr zwar wieder auf durchschnittlich 40 Schiffe pro Tag gestiegen, lag damit aber weit unter dem Vorkriegsniveau von täglich 125 bis 140 Schiffen. Immer mehr Schiffe schalten zudem ihre Transponder aus, um nicht geortet zu werden.

Iran greift US-Stützpunkte in Golfstaaten an

Der Iran hat am Donnerstag nach eigenen Angaben US-Militäreinrichtungen in benachbarten Golfstaaten attackiert. Die iranische Armee teilte über staatliche Medien mit, sie habe US-Patriot-Systeme in Kuwait, eine Frühwarnstation in Katar sowie ein Treibstofflager der US-Armee in Bahrain mit Drohnen angegriffen. Eine Person sei in Kuwait durch herabfallende Trümmerteile verletzt worden. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf US-Luftschläge gegen iranische Küsten- und Ostprovinzen am Mittwoch. Der Iran verurteilte die US-Angriffe scharf und erklärte, man werde nicht zulassen, dass Vertragsbrüche und Schikanen den nationalen Interessen schadeten.

Vermittlungsbemühungen laufen weiter

Trotz der Eskalation arbeiten mehrere Akteure an einer diplomatischen Lösung. Unterhändler aus Katar halten sich Insidern zufolge zu Gesprächen im Iran auf, um die Voraussetzungen für neue Verhandlungen zu schaffen. Die Gespräche würden in Abstimmung mit den USA geführt, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei solle es unter anderem um die Umsetzung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran sowie um die Gründe für die jüngste Eskalation gehen. Katar und Pakistan vermitteln seit Monaten in dem Konflikt und waren auch an der Verständigung auf das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges beteiligt.

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Auch Pakistan ist aktiv: Die iranische Seite habe Pakistan gebeten, den USA Verhandlungswillen zu signalisieren, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von gut informierten Quellen in Islamabad. Ein Gespräch zwischen dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und Pakistans Armeechef Asim Munir habe bis spät in die Nacht am Donnerstag gedauert. Die iranische Seite habe auch von Unsicherheit darüber gesprochen, wie sich Hardliner-Fraktionen im Land zukünftig verhalten werden.

Israel warnt vor iranischem Mordkomplott gegen Trump

Israel hat die US-Regierung Berichten zufolge vor iranischen Plänen zur Ermordung von Präsident Donald Trump gewarnt. Der Warnung zufolge habe die Führung in Teheran den Plan erst kürzlich ausgearbeitet, berichteten CNN und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf ungenannte Quellen. Die US-Regierung habe derlei Warnungen zuletzt häufig erhalten, die aus Israel sei aber neu und habe einen konkreten Anschlagsplan beinhaltet. Details zu dem Plan waren zunächst nicht bekannt.

Spritpreise in Deutschland steigen deutlich

Die Spannungen am Golf treiben die Kraftstoffpreise in die Höhe. Zum ersten Mal seit Mitte Mai kostete Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt wieder mehr als 2 Euro pro Liter, wie der ADAC mitteilte. Der Diesel-Durchschnittspreis vom Donnerstag lag bei 2,012 Euro – ein Anstieg von 4,2 Cent im Vergleich zum Mittwoch. Seit Anfang der Woche, vor der jüngsten Eskalation, ergibt sich ein Anstieg von 6,2 Cent. Auch Benzin verteuerte sich deutlich.

Weitere Entwicklungen im Überblick

Bei den jüngsten US-Angriffen im Iran sind Regierungsangaben zufolge mindestens 14 Menschen getötet und 78 weitere verletzt worden. 47 Verwundete werden noch in Krankenhäusern behandelt. Der Iran meldete Angriffe in fünf Provinzen. Eine strategisch wichtige Eisenbahnbrücke im Norden des Landes wurde getroffen. Die Ak-Takeh-Chan-Brücke in der Provinz Golestan ist eine wichtige Verbindung im Handel mit China und Russland.

Jordanien meldete erneut Raketenbeschuss aus dem Iran; die jordanischen Streitkräfte schossen nach eigenen Angaben acht Raketen ab, wobei niemand verletzt wurde. Bahrain löste zum dritten Mal Raketenalarm aus. Der Iran bestellte den britischen Botschafter ein, um gegen Vorwürfe einer iranischen Verwicklung in Sicherheitsvorfälle in Großbritannien zu protestieren.

Die EU-Kommission präsentierte unterdessen Handlungsoptionen für Sanktionen gegen Israel wegen der Ausweitung illegaler Siedlungen im Westjordanland. Sie umfassen Beschränkungen und Verbote für die Einfuhr von Waren aus israelischen Siedlungen.