Die Stimmung im deutschen Einzelhandel ist laut einem aktuellen Bericht des Handelsverbands Deutschland (HDE) so schlecht wie im zweiten Corona-Lockdown. 65 Prozent der befragten Einzelhändler rechnen für das Jahr 2026 mit sinkenden Einnahmen. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage hervor.
Verbraucher erwarten bessere Einkommen, bleiben aber verunsichert
Obwohl die Verbraucher laut HDE mit einer Verbesserung ihrer Einkommenssituation rechnen, bleibe die Unsicherheit hoch. Diese Diskrepanz zwischen positiven Einkommenserwartungen und gedrückter Konsumlaune belaste die Branche erheblich. Der HDE spricht von einer „Lockdown-Stimmung“, die an die düsteren Zeiten der Pandemie erinnere.
Gründe für die pessimistischen Aussichten
Als Hauptgründe für die pessimistischen Aussichten nennt der Verband die anhaltende Inflation, gestiegene Energiekosten und die Zurückhaltung der Verbraucher bei größeren Anschaffungen. Viele Haushalte würden angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit lieber sparen als konsumieren. Zudem belasteten die geopolitischen Spannungen und die schwache Konjunktur in wichtigen Exportmärkten die Stimmung.
„Die Stimmung ist so schlecht wie im zweiten Corona-Lockdown“, zitiert der Bericht einen Sprecher des HDE. „Die Händler blicken mit großer Sorge auf das kommende Jahr. Ohne gezielte politische Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft droht eine weitere Abwärtsspirale.“
Branche fordert politische Unterstützung
Der HDE fordert daher von der Bundesregierung ein Maßnahmenpaket zur Entlastung des Einzelhandels. Dazu gehören unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer, ein Abbau bürokratischer Hürden und eine Stabilisierung der Energiepreise. Nur so könne die Konsumlaune wiederbelebt und die drohende Pleitewelle abgewendet werden.
Die Umfrage des HDE wurde im Juni 2026 unter rund 1.200 Einzelhändlern aller Größen und Branchen durchgeführt. Sie gilt als repräsentativ für die Stimmung im deutschen Einzelhandel.



