Die Inflation in den USA hat sich im Juni überraschend deutlich abgekühlt. Wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte, sank die Teuerungsrate im Jahresvergleich auf 3,5 Prozent. Im Mai war sie mit 4,2 Prozent noch auf ein Drei-Jahres-Hoch gestiegen. Hauptgrund für den Rückgang sind die gesunkenen Treibstoffpreise, die im Zuge der zwischenzeitlichen Entspannung im Iran-Krieg um 9,7 Prozent gegenüber dem Vormonat fielen. Energie insgesamt verbilligte sich um 5,7 Prozent. Lebensmittel verteuerten sich leicht um 0,2 Prozent.
Kerninflation bleibt über Fed-Ziel
Die Kerninflation, die die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel ausklammert, lag im Juni bei 2,6 Prozent im Jahresvergleich. Die US-Notenbank Fed strebt eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an. „Dank der Energiepreise geht die Luft aus dem Inflationsanstieg raus. Es sieht klar danach aus, als liege der Inflationsgipfel zurück“, kommentierte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Bethmann Hal. Allerdings sei die Unsicherheit durch das Wiederaufflammen des Iran-Kriegs gestiegen.
Fed-Chef signalisiert Geduld
Die Dringlichkeit einer Zinserhöhung sei für die Fed nicht gegeben, so Krüger. „Der Inflationsrückgang in preisstabile Gefilde dauert mindestens bis zum Frühjahr 2027. Bis dahin stehen Zinssenkungen am Seitenrand.“ Fed-Chef Kevin Warsh sollte im Tagesverlauf im Kongress angehört werden. In einem vorab verbreiteten Redetext hieß es: „Wenn wir die Politik richtig gestalten – und das werden wir – wird der Inflationsschub der letzten fünf Jahre der Vergangenheit angehören.“
Politische Unruhe durch Iran-Krieg
Die Lebenshaltungskosten sorgen in den USA seit Monaten für Unmut. Umfragen zeigen eine stark gesunkene Zustimmung zur Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump. Der Iran-Krieg hat die Kritik auch im Lager des Präsidenten verschärft. Trump selbst hatte wiederholt angeführt, der Anstieg sei nur „von kurzer Dauer“. Zuletzt flammten die Kämpfe jedoch wieder auf, was die Preisentwicklung erneut unsicher macht.



