Es ist ein heißer Dienstagabend im Mai, und im monumentalen Saal der UN-Generalversammlung in New York herrscht Partystimmung. Wo sonst Diplomaten auf den grün gepolsterten Stühlen über Resolutionen verhandeln, flitzen an diesem Tag Kinder durch die Sitzreihen, fangen Bälle und sammeln Autogramme: Zum Weltfußballtag sind zahlreiche Sportstars ins Hauptquartier der Weltdiplomatie gekommen.
Infantinos System: Höher, schneller, reicher
Gianni Infantino hat aus der FIFA eine Geldmaschine geformt. Der Weltfußballverband ist vermögender und mächtiger als je zuvor – und sein Präsident trotzt der globalen Kritik. Das umstrittene System Infantino zeigt Wirkung: Die FIFA erwirtschaftete in den letzten Jahren Rekordüberschüsse, unter anderem durch die Expansion der Weltmeisterschaft und neue Sponsorenverträge.
Globale Kritik und Widerstand
Trotz der finanziellen Erfolge steht Infantino zunehmend in der Kritik. Menschenrechtsorganisationen werfen ihm vor, die Menschenrechtslage in Gastgeberländern wie Katar zu ignorieren. Auch die geplante WM alle zwei Jahre stößt auf Widerstand von Verbänden und Fans. Laut einem Bericht der „New York Times“ haben mehrere europäische Fußballverbände offen ihren Unmut geäußert.
Die Zukunft der FIFA
Infantino selbst zeigt sich unbeeindruckt. „Die FIFA steht für Einheit und Entwicklung des Fußballs weltweit“, sagte er kürzlich auf einer Pressekonferenz. Mit einem Budget von über 4 Milliarden US-Dollar für den aktuellen Vierjahreszyklus plant der Verband weitere Investitionen in den globalen Fußball. Ob die Kritik an Infantinos System nachhaltig ist, bleibt abzuwarten.



