Hauseinsturz in Görlitz: Buntmetalldiebe festgenommen
Hauseinsturz Görlitz: Buntmetalldiebe festgenommen

Drei Wochen nach dem verheerenden Einsturz eines Wohnhauses im sächsischen Görlitz haben die Ermittlungen eine neue Wendung genommen. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft gaben am Sonntagabend bekannt, dass zwei mutmaßliche Buntmetalldiebe festgenommen wurden. Sie stehen im dringenden Verdacht, die Rohrleitungen im Gebäude beschädigt oder manipuliert zu haben, was möglicherweise die Katastrophe auslöste. Die Männer befinden sich bereits aus anderen Gründen in Untersuchungshaft.

Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt

Die Ermittler haben eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung der Tat und zur Verurteilung der Täter führen. Gesucht werden Zeugen, die Angaben zu den beiden Tatverdächtigen machen können. Sowohl Einheimische als auch Touristen, die sich am Unglückstag im Bereich der James-von-Moltke-Straße aufgehalten haben, werden gebeten, sich zu melden.

Ermittlungen wegen Herbeiführens einer Explosion

Gegen die beiden Männer wird wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Behörden betonten, dass der Begriff „Sprengstoff“ hier im weiteren Sinne zu verstehen sei: Jede plötzliche Ausdehnung von Gasen oder Dämpfen, die eine explosive Kraftentfaltung bewirkt, könne den Tatbestand erfüllen. Zuvor hatte die MDR-Sendung „Kripo live“ über den Fall berichtet.

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Die Ereignisse am 18. Mai

Bei dem Unglück am 18. Mai kamen drei Menschen ums Leben: zwei Touristinnen aus Rumänien im Alter von 25 und 26 Jahren sowie ein 48-jähriger Mann bulgarischer Herkunft, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besaß. Nach aktuellen Erkenntnissen waren die beiden Tatverdächtigen am Nachmittag des Tages im Umfeld des Hauses unterwegs und suchten nach stehlenswertem Gut. Ihr Interesse galt unter anderem Fahrrädern, Schrott und Buntmetallen.

„In diesem Zusammenhang prüften sie an diversen Haustüren, ob sich diese öffnen ließen, um in die Hausflure beziehungsweise Keller zu gelangen“, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Inzwischen sei bekannt, dass sich die beiden Männer auch Zutritt zum Haus in der James-von-Moltke-Straße 21 verschafften – dem Gebäude, das am späten Nachmittag einstürzte.

Ermittlungen durch Trümmer erschwert

Was nach dem Betreten des Hauses geschah, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. „Diese sind durch den Einsturz des Gebäudes und die zunächst erforderliche Beräumung des Trümmerfeldes erschwert. Bisher ist daher die Begehung der Kellerräume noch nicht möglich“, hieß es von den Behörden. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Polizei und Rettungshundestaffeln hatten tagelang nach den Vermissten gesucht, teilweise mit Schaufeln und bloßen Händen.

Steckbrief der Verdächtigen

Kai Siebenäuger, Pressesprecher der Görlitzer Polizei, gab in der MDR-Sendung „Kripo live“ bekannt, dass es sich bei den Verdächtigen um einen 27-jährigen polnischen Staatsangehörigen und einen 33-jährigen afghanischen Staatsangehörigen handelt. Die Männer seien bereits „in anderer Sache“ in Untersuchungshaft. Die Polizei sucht nun Zeugen, die die beiden Tatverdächtigen am 18. Mai gesehen haben. Die James-von-Moltke-Straße werde viel befahren und begangen, da sie das Stadtzentrum von Görlitz mit den südlichen Stadtteilen verbindet.

Zeugenaufruf

Die Polizei hat Personenbeschreibungen der Tatverdächtigen veröffentlicht und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Hinweise können unter der Telefonnummer 03581/467-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle gemeldet werden.

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