Fünf Jahre Ahrtal-Flut: Betroffene klagen über Bürokratie
Ahrtal-Flut: Betroffene klagen über Bürokratie

Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal haben Betroffene scharfe Kritik an der Abwicklung der Hilfszahlungen geübt. „Unbürokratische Hilfe? Ist hier ein Schimpfwort“, sagte Thorsten Rech, 44, Inhaber des Restaurants „Bahnsteig 1“ in Mayschoß und Gründer einer Initiative Flutgeschädigter, die auf die Bewilligung ihrer Hilfsanträge warten.

Die Flutnacht: Zehn Meter Wasser in Mayschoß

Rech erinnert sich: „Ich habe so eine Flut nicht für möglich gehalten. Ich kenne die Ahr, betreibe das Lokal im alten Bahnhofsgebäude seit 2013. Beim Jahrhunderthochwasser 2016 lag der Pegel bei 3,50 Meter. Am Nachmittag vor der Flut 2021 kam die Feuerwehr und sagte, es könnten bis zu sechs Meter werden. Am Ende waren es zehn Meter.“ Gegen 20 Uhr habe er gemerkt, dass es ernst wird. Das Wasser stieg, bald war das Erdgeschoss geflutet. Baumstämme schlugen gegen die Wände, alles wackelte. Am Ende fehlten dem Wasser noch drei Treppenstufen, dann wäre es auch in seine Wohnung im ersten Stock hochgekommen.

Wiederaufbau und offene Wunden

Fünf Jahre nach der Flut ist vieles wieder aufgebaut, doch manche Schäden sind nur schwer zu reparieren. Insgesamt forderte die Flut im Juli 2021 im Ahrtal 134 Todesopfer und verursachte Schäden in Milliardenhöhe. Während Straßen, Brücken und Gebäude größtenteils wiederhergestellt sind, kämpfen viele Betroffene noch immer mit den psychischen Folgen und bürokratischen Hürden.

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Kritik an der Hilfsabwicklung

Rech und andere Geschädigte kritisieren vor allem die langsame Bearbeitung von Anträgen. „Viele warten bis heute auf die Auszahlung von Hilfsgeldern“, so Rech. Die Bürokratie sei ein großes Hindernis. „Man hat uns schnelle und unbürokratische Hilfe versprochen, aber in der Realität sieht das anders aus.“

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat nach eigenen Angaben bereits über 6,5 Milliarden Euro an Hilfen bereitgestellt. Dennoch gibt es immer wieder Berichte über Verzögerungen und Ablehnungen von Anträgen. Betroffene fordern eine Vereinfachung der Verfahren und mehr Transparenz.

Blick nach vorn

Trotz aller Schwierigkeiten zeigen sich viele Betroffene entschlossen, die Region wieder aufzubauen. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Rech. „Aber die Politik muss ihre Versprechen einhalten.“ Die Flut habe tiefe Narben hinterlassen, aber auch den Zusammenhalt in der Gemeinschaft gestärkt.

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