DHL fordert gesetzliches Maximalgewicht von 23 kg für Pakete
DHL fordert gesetzliches Maximalgewicht von 23 kg

DHL Group hat überraschend eine gesetzliche Gewichtsbegrenzung für Pakete auf 23 Kilogramm gefordert. Der größte deutsche Paketdienst begründet dies mit dem langfristigen Gesundheitsschutz der Zusteller. Das reformierte Postgesetz aus dem Jahr 2024 sieht bereits eine Grenze von 20 Kilogramm vor, die Regelung ist jedoch noch nicht in Kraft, da eine ergänzende Verordnung zu technischen Hilfsmitteln fehlt.

Hintergrund der Forderung

Derzeit können Kunden bei DHL Pakete bis zu 31,5 Kilogramm versenden. Das Unternehmen könnte diese Grenze selbst senken, befürchtet aber Wettbewerbsnachteile. Die Konkurrenz wie GLS erlaubt sogar Pakete bis zu 40 Kilogramm. DHL, DPD und Hermes haben aktuell ein Limit von 31,5 Kilogramm.

Reform des Postgesetzes

Das im Juli 2024 verabschiedete neue Postgesetz sieht vor, dass Pakete über 20 Kilogramm im Regelfall von zwei Personen zugestellt werden müssen. Eine Ein-Personen-Zustellung ist nur mit geeigneten technischen Hilfsmitteln erlaubt. Da die entsprechende Verordnung noch aussteht, ist die Regelung nicht anwendbar. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte gegenüber der dpa Ende November 2025, dass man an der Umsetzung arbeite.

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Reaktionen von Gewerkschaft und Politik

Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis kritisierte die geplante Gewichtsbegrenzung bereits 2023 als „unzureichend und realitätsfern“. Sie forderte, dass Pakete über 20 Kilogramm grundsätzlich von zwei Personen zugestellt werden müssen, da eine Sackkarre allein nicht ausreiche. Die SPD-Landtagsfraktion in Thüringen hatte vor wenigen Wochen ebenfalls eine verbindliche 20-Kilo-Grenze gefordert, warnte jedoch, dass technische Hilfsmittel diese Regelung in der Praxis aushebeln könnten.

Auswirkungen auf den Paketmarkt

Die DHL Group betont, dass eine gesetzliche Regelung für alle Wettbewerber gleichermaßen gelten müsse, um Verzerrungen zu vermeiden. Angesichts des stetig wachsenden Paketgeschäfts sei eine Gewichtsgrenze ein „unverzichtbarer Beitrag zum langfristigen Gesundheitsschutz“. Der Vorstoß kommt überraschend, da DHL als Marktführer von einer freiwilligen Senkung profitieren könnte, aber offenbar einheitliche Standards bevorzugt.

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