Zwölf Euro pro Schachtel: Rauchen wird zum Luxusgut
Zwölf Euro pro Schachtel: Rauchen wird Luxus

Ab dem Jahr 2027 wird Rauchen in Deutschland deutlich teurer: Eine Schachtel der Marke Schwarz-Rot soll dann zwölf Euro kosten. Die Bundesregierung hat eine gestaffelte Tabaksteuererhöhung beschlossen, die über mehrere Jahre hinweg die Preise für Tabakwaren drastisch anheben wird. Offiziell begründet der Staat die Maßnahme mit dem Gesundheitsschutz – höhere Preise sollen zum Rauchstopp bewegen. Doch Kritiker werfen der Regierung vor, vor allem die eigenen Kassen füllen zu wollen, denn die Steuereinnahmen aus Tabak sind für den Haushalt von großer Bedeutung.

Hintergrund der Steuererhöhung

Die Tabaksteuer in Deutschland wird schrittweise angehoben. Bereits in den vergangenen Jahren gab es regelmäßige Erhöhungen, doch die nun beschlossene Anhebung ist besonders drastisch. Laut dem Bundesfinanzministerium soll eine Schachtel mit 20 Zigaretten der Marke Schwarz-Rot ab 2027 zwölf Euro kosten – ein Anstieg um rund 40 Prozent im Vergleich zu 2026. Die Maßnahme ist Teil eines Gesetzespakets, das auch höhere Steuern auf E-Zigaretten und Tabakerhitzer vorsieht. Finanzminister Christian Lindner (FDP) betonte bei der Vorstellung des Gesetzes: „Wir setzen auf Prävention durch Preis. Höhere Kosten für Tabakwaren senken nachweislich die Raucherquote.“

Auswirkungen auf Raucher und den Staat

Für Raucher bedeutet die Entwicklung eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung. Ein Raucher, der täglich eine Schachtel konsumiert, muss künftig rund 4.380 Euro pro Jahr allein für Zigaretten ausgeben – fast 1.300 Euro mehr als zuvor. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) begrüßt die Steuererhöhung: „Studien zeigen, dass eine Preiserhöhung um zehn Prozent die Nachfrage um etwa vier Prozent senkt. Besonders Jugendliche und einkommensschwache Gruppen werden so vom Rauchen abgehalten“, sagt ein Sprecher des DKFZ. Der Staat hingegen profitiert von den Mehreinnahmen: Schätzungen des Finanzministeriums zufolge werden die zusätzlichen Steuereinnahmen bei rund zwei Milliarden Euro pro Jahr liegen. Kritiker wie der Deutsche Zigarettenverband bemängeln jedoch, dass die Steuererhöhung vor allem fiskalische Motive habe und nicht dem Gesundheitsschutz diene. „Die Bundesregierung nutzt die Gesundheit als Vorwand, um die leeren Kassen zu füllen. Die tatsächliche Wirkung auf die Raucherquote ist gering, während der Schwarzmarkt gefördert wird“, so ein Verbandssprecher.

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Internationale Vergleiche und Gegenwind

Mit einem Preis von zwölf Euro pro Schachtel liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld. In Ländern wie Australien oder Großbritannien sind Zigaretten mit Preisen von umgerechnet über 20 Euro deutlich teurer. Allerdings gibt es in Deutschland auch Widerstand gegen die Pläne: Die Tabakindustrie warnt vor Arbeitsplatzverlusten und einem Anstieg des illegalen Handels. Das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigt, dass der Schmuggel von Tabakwaren bereits zugenommen habe. „Wir beobachten eine verstärkte Aktivität organisierter Banden, die unversteuerte Zigaretten aus Osteuropa einschleusen“, so ein BKA-Sprecher. Die Bundesregierung hält dennoch an den Plänen fest und verweist auf die langfristigen Gesundheitskosten, die durch Rauchen verursacht werden. Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts sterben in Deutschland jährlich rund 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Die Steuererhöhung sei daher ein wichtiger Beitrag zur Senkung dieser Zahl.

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