Die anhaltende Hitzewelle hat im Landkreis Aichach-Friedberg erhebliche Spuren hinterlassen. In Friedberg geriet ein Transformator in Brand, und auf zahlreichen Straßen bildeten sich gefährliche Aufwölbungen. Die Behörden sind im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen.
Trafobrand in Friedberg
Am späten Vormittag wurde die Feuerwehr zu einem Einsatz in Friedberg gerufen. Aus bislang ungeklärter Ursache war ein Trafo in einem Stromverteilerkasten in Brand geraten. Die Einsatzkräfte konnten die Flammen schnell unter Kontrolle bringen. Ein Übergreifen auf die Umgebung wurde verhindert.
Durch den Brand wurde die Stromversorgung in einem Wohngebiet vorübergehend unterbrochen. Anwohner mussten für kurze Zeit auf Elektrizität verzichten. Die Stadtwerke waren mit einem Techniker vor Ort, um den Schaden zu beheben. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Straßenschäden im ganzen Landkreis
Die Hitze hat auch die Straßen in Mitleidenschaft gezogen. Betroffen sind vor allem Fahrbahnen in Aichach und den umliegenden Gemeinden. Durch die hohen Temperaturen hat sich der Asphalt ausgedehnt. In mehreren Abschnitten kam es zu sogenannten Blow-ups, bei denen sich der Belag wellenartig aufbäumt. Diese Erhebungen stellen eine ernsthafte Gefahr für den Verkehr dar.
Ein Teil einer Kreisstraße musste für den Verkehr gesperrt werden. Auch auf einer Staatsstraße im Bereich Friedberg wurden Schäden entdeckt. Die Straßenmeisterei hat Sicherungsmaßnahmen eingeleitet, darunter Geschwindigkeitsbegrenzungen und Absperrungen. Autofahrer werden gebeten, den Anweisungen Folge zu leisten.
Warum Hitze Straßen angreift
Asphalt ist ein Gemisch aus Gestein und Bitumen. Bei starker Sonneneinstrahlung erwärmt sich der Belag und das Bitumen wird weich. Die daraus resultierende Verformbarkeit führt dazu, dass der Asphalt unter dem Gewicht von Fahrzeugen verdrängt wird. Besonders anfällig sind ältere Straßen, deren Bindemittel bereits versprödet ist. Auch in diesem Jahr gibt es in vielen Regionen Deutschlands ähnliche Schäden.
Risiken für die Stromversorgung
Transformatoren sind ebenso hitzeempfindlich. In Umspannwerken muss die entstehende Wärme über Kühlanlagen abgeführt werden. Bei extremen Temperaturen kann die Kühlung nicht mehr ausreichen. Isolationsmaterialien altern schneller und können im schlimmsten Fall einen Kurzschluss verursachen. Die Betreiber der Netze beobachten die Lage mit Sorge.
Lage bleibt angespannt
Der Deutsche Wetterdienst erwartet für das Wochenende weiterhin extreme Hitze. Damit ist nicht auszuschließen, dass weitere Schäden auftreten. Das Landratsamt hat eine Hotline geschaltet, unter der Bürger Schäden an Straßen und Stromnetzen melden können. Die Reparaturarbeiten laufen auf Hochtouren.
Wie ein Sprecher des Landratsamts mitteilte, ist das Ausmaß der Schäden noch nicht vollständig absehbar. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Umsicht zu zeigen. Insbesondere Autofahrer sollen die Geschwindigkeit reduzieren und auf mögliche Hindernisse achten.
Auswirkungen auf den Alltag
Die Hitzeschäden haben den Alltag im Landkreis spürbar beeinträchtigt. Pendler mussten mit Umwegen rechnen, der öffentliche Nahverkehr verzeichnete Verspätungen. Die Gemeinden reagierten mit Maßnahmen zur Abkühlung der Bevölkerung.
Forderungen nach besserer Vorsorge
Angesichts der Häufung solcher Vorfälle wird der Ruf nach einer klimaresistenten Infrastruktur lauter. Experten fordern, bei Straßenbau und Stromnetzen vermehrt auf hitzebeständige Materialien zu setzen. Der Landkreis will das Thema in einem Hitzeaktionsplan aufgreifen.



