Regenbogen über Wertingen: Farbenpracht zum Jahreswechsel
Regenbogen über Wertingen mit Farbenpracht

Ein Regenbogen hat am Silvestertag das Jahr in Wertingen farbenfroh verabschiedet. Bei einem plötzlichen Regenschauer und gleichzeitig tief stehender Sonne war das seltene Himmelsspektakel zu sehen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ließen ihre Arbeiten ruhen und bestaunten das Phänomen. Auf Fotos, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, ist der Bogen in voller Pracht über den Dächern der Stadt zu erkennen.

Ein Naturschauspiel zum Jahresabschluss

Regenbögen entstehen, wenn Sonnenlicht auf Regentropfen trifft und gebrochen wird. Dabei wird das weiße Licht in seine Spektralfarben zerlegt. Die Tropfen wirken wie winzige Prismen. Der Physiker Isaac Newton beschrieb sieben Farben: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. Meist nehmen wir jedoch nur sechs Farben wahr.

Besonders beeindruckend war der Regenbogen über Wertingen, weil er sich als fast vollständiger Halbkreis abzeichnete. Solche Phänomene sind in Deutschland vor allem im Sommer zu beobachten, wenn kräftige Regenschauer auf Sonnenschein folgen. Im Winter dagegen ist die Sonneneinstrahlung schwächer, und die Luftfeuchtigkeit ist anders verteilt. Ein Winterregenbogen wie in Wertingen ist eine Seltenheit.

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Meteorologische Erklärung für das Farbenspiel

Damit sich ein Regenbogen bildet, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Sonnenschein und Regentropfen in der Luft. Die Sonne muss dabei möglichst tief stehen, also einen Winkel von weniger als 42 Grad über dem Horizont haben. Dies ist während der Wintermonate häufiger der Fall als im Sommer. Dennoch ist die Kombination aus Schauern und Sonne im Winter ungewöhnlich, weil die Luft meist ruhiger ist und weniger aufsteigende Thermik gibt.

Die Wassertropfen brechen das Sonnenlicht und reflektieren es im Inneren. Der gelegentlich sichtbare Zweitregenbogen entsteht durch eine doppelte Reflexion. Beim Hauptbogen ist die Reihenfolge der Farben von außen nach innen: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett. Im Zweitbogen kehrt sich die Reihenfolge um.

Warum Winterregenbögen so selten sind

Wenn kräftige Schauer mit Sonne abwechseln, ist die Wahrscheinlichkeit für Regenbögen groß. Im Winter fehlen allerdings die nötigen Temperaturunterschiede. Die Luftschichten liegen stabil übereinander, sodass sich weniger Schauerzellen bilden. Nur wenn sich eine Kaltfront nähert, kann es kurzzeitig zu den typischen Schauerregen kommen, die für Regenbögen sorgen.

Im Fall von Wertingen wechselten sich am Silvestertag mehrere Schauer und Wolkenlücken ab. Kurz vor Sonnenuntergang brachen die Strahlen der bereits tief stehenden Sonne durch eine Lücke und trafen auf den abziehenden Regen. So entstand das perfekte Farbband. Wegen der intensiven Streuung in den kleinen Regentropfen waren die Farben besonders kräftig und kontrastreich.

Der Regenbogen als Zeichen der Hoffnung

Regenbögen haben zu allen Zeiten die Menschen fasziniert. Sie gelten als Vorboten des Friedens, als Zeichen der Versöhnung und als Symbol für Vielfalt. Viele Kulturen erzählen Mythen von Regenbogenschlangen oder Himmelsbrücken, die Götterboten den Erdenbewohnern präsentieren. Für die Einen ist er ein natürliches Ereignis, für die Anderen ein spirituelles Erlebnis.

Dass ausgerechnet am letzten Tag des Jahres ein Regenbogen über Wertingen sichtbar war, dürfte für viele eine hoffnungsvolle Botschaft sein. Manche sprachen von einem guten Omen für das kommende Jahr. Andere sahen darin einfach ein Geschenk der Natur zum Abschluss eines ereignisreichen Jahres.

Ein Fest für Hobbyfotografen

Zahlreiche Hobbyfotografen nutzten die Gelegenheit und hielten den Regenbogen mit ihren Kameras fest. Das Spiel aus Licht und Regen bot außergewöhnliche Motive. Besonders reizvoll war der Anblick mit der Silhouette des Wertinger Schlosses im Vordergrund. Solche Aufnahmen schaffen es bisweilen in die städtische Chronik und werden noch Jahre später gern angeschaut.

Wer das Schauspiel verpasste, hatte jedoch kein Glück: Ein derart ausgeprägter Regenbogen wird so schnell nicht wieder zu sehen sein. Meteorologen rechnen damit, dass erst im Frühjahr, wenn die ersten Gewitter auftreten, wieder vergleichbar klare Farbbögen entstehen können. Bis dahin kann man nur hoffen, dass der nächste Jahreswechsel wieder mit einem solchen Naturschauspiel aufwartet.

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