Es geschah mitten im Alltag: In einer Wohnung in Nersingen explodierte ein Tischkamin. Die Frau, die das Gerät betrieben hatte, zog sich dabei schwere Verbrennungen zu. Rettungskräfte und Feuerwehr rückten mit mehreren Fahrzeugen an und versorgten die Verletzte notfallmedizinisch. Anschließend brachte sie ein Rettungswagen in eine Spezialklinik.
Die Kriminalpolizei in Neu-Ulm hat die Ermittlungen zur Unglücksursache übernommen. Nach Angaben der Polizei gibt es bislang keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Vielmehr deutet einiges auf einen Bedienungsfehler oder einen technischen Defekt des Tischkamins hin. Der genaue Hergang wird nun von Gutachtern untersucht.
Was geschah in Nersingen?
Der Vorfall ereignete sich am späten Nachmittag in einer Wohnung im Landkreis Neu-Ulm. Die Frau befand sich nach ersten Erkenntnissen allein im Raum, als der Tischkamin verpuffte. Durch die plötzliche Flammenentwicklung wurde sie im Gesicht und an den Händen erfasst. Nachbarn hatten den lauten Knall gehört und den Notruf gewählt.
Die Feuerwehr war schnell vor Ort und unterstützte den Rettungsdienst bei der Erstversorgung. Die Frau wurde stabilisiert und anschließend mit dem Rettungswagen in eine Klinik gebracht, die auf Brandverletzungen spezialisiert ist. Über den genauen Zustand machten die Behörden zunächst keine weiteren Angaben.
Die Gefahr von Tischkaminen
Tischkamine sind beliebte Dekorationsstücke, die in vielen Haushalten im Einsatz sind. Sie erzeugen ohne Kaminanschluss echte Flammen und schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Doch die meisten Geräte werden mit Bioethanol oder Brennpaste betrieben – beides hochentzündliche Stoffe. Bereits geringe Unachtsamkeit beim Umgang mit dem Brennstoff kann zu Verpuffungen führen.
In der Vergangenheit kam es in Deutschland immer wieder zu Unfällen mit Tischkaminen. Häufige Ursachen sind das Nachfüllen von Brennstoff in noch heiße Geräte, das Umkippen des Kamins oder die Verwendung ungeeigneter Brennstoffe. Solche Fehler können schwerste Verbrennungen und erhebliche Sachschäden verursachen.
Sicherheitstipps: So wird ein Tischkamin richtig genutzt
- Lesen Sie vor der ersten Benutzung die Bedienungsanleitung des Herstellers und befolgen Sie alle Sicherheitshinweise.
- Verwenden Sie ausschließlich den zugelassenen Brennstoff – keine Alkoholersatzstoffe, Benzin oder Spiritus.
- Füllen Sie den Brennstoff nur nach, wenn die Flamme vollständig erloschen und der Behälter abgekühlt ist.
- Platzieren Sie den Tischkamin auf einer stabilen, hitzebeständigen Unterlage und halten Sie Abstand zu Möbeln und Vorhängen.
- Lassen Sie ein brennendes Gerät niemals unbeaufsichtigt, auch nicht für kurze Zeit.
- Sorgen Sie für regelmäßiges Lüften, um eine mögliche Kohlenmonoxidbelastung zu vermeiden.
Diese einfachen Regeln können das Risiko von schweren Unfällen deutlich senken. Tischkamine sind schön, verlangen aber im Umgang volle Aufmerksamkeit.
Notfall richtig reagieren
Kommt es dennoch zu Verbrennungen, zählt schnelles Handeln. Die betroffene Stelle sollte für mindestens zehn Minuten mit lauwarmem Wasser gekühlt werden. Anhaftende Kleidung darf nicht entfernt werden, da sonst Hautfetzen mitgerissen werden. Danach die Wunde mit einem sterilen Verband bedecken und sofort den Notruf 112 alarmieren. Hausspezifische Mittel wie Mehl, Öl oder Zahnpasta gehören nicht auf offene Wunden.
Die Frau aus Nersingen wird derzeit medizinisch versorgt. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Explosionsursache aufgenommen und sucht nach möglichen Zeugen. Hinweise aus der Nachbarschaft könnten helfen, den genauen Ablauf zu rekonstruieren. Bis dahin bleibt festzuhalten: Ein Tischkamin birgt oft unterbewusste Gefahren – gerade in den eigenen vier Wänden.



