Seit den Mittagsstunden hängen die ersten Wahlplakate an den Laternenmasten der Hauptstadt. Damit ist der Wahlkampf für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 in seine heiße Phase getreten. Sieben Wochen vor dem Urnengang dürfen die Parteien in Berlin offiziell ihre Plakate aufhängen – und das ist nicht zu übersehen.
Von Spandau im Westen bis Marzahn im Osten und von Wittenau im Norden bis Lichtenrade im Süden sind die Parteimitglieder und Unterstützer seit dem Vormittag im Einsatz. Mit Leitern, Kabelbindern und Klebeband ziehen sie durch die Straßen, um die Plakate an Laternenmasten zu befestigen. An vielen stark frequentierten Straßen und Plätzen sind die ersten Motive bereits zu sehen.
Spitzenkandidaten packen mit an
Auch die Spitzenkandidaten der einzelnen Parteien waren beim Auftakt persönlich dabei. Für die Linke half Elif Eralp in Kreuzberg, für die Grünen war Werner Graf in Reinickendorf im Einsatz. In Steglitz-Zehlendorf waren mit Kristin Brinker (AfD) und Steffen Krach (SPD) gleich zwei Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten aktiv. Die CDU wurde durch ihren neuen kommissarischen Generalsekretär Lukas Krieger vertreten.
Der persönliche Einsatz der Spitzenkandidaten ist ein bekanntes Ritual im Berliner Wahlkampf. Die Plakatierungsaktionen bieten den Politikerinnen und Politikern die Gelegenheit, direkt mit Wählerinnen und Wählern ins Gespräch zu kommen. Häufig bleiben die Teams an belebten Orten stehen, um mit Passanten zu sprechen.
Neue Regelung: Plakatieren erst ab Mittag
Offiziell war das Aufhängen der Plakate an den Laternenmasten – meist mit Kabelbindern – erst ab 12 Uhr erlaubt. Diesmal wurde der Start bewusst in die Mittagsstunden gelegt, während in früheren Wahljahren um Mitternacht begonnen wurde. Das Berliner Landesparlament hat das Straßengesetz geändert, um diese Verlegung zu ermöglichen.
Dennoch wurden bereits vor 12 Uhr erste Plakate an verschiedenen Straßen gesichtet. Für diese Verstöße drohen Bußgelder durch die Ordnungsämter der Bezirke. Die Bezirke haben unterschiedliche Sanktionsregelungen; im Ernstfall müssen die Parteien mit Geldstrafen rechnen.
Viertelmillion Plakate: Der Umfang der Kampagne
Nach Angaben der Parteien sollen zusammen fast 250.000 Wahlplakate aufgehängt werden. Das entspricht einer Viertelmillion Plakaten, die allein von den fünf im Landesparlament vertretenen Parteien – SPD, CDU, Grüne, Linke und AfD – sowie von FDP und BSW kommen. Die Parteien hoffen, dadurch eine möglichst große Präsenz im Stadtbild zu erreichen.
Die Plakatierung ist für die Parteien eine der teuersten Wahlkampfmaßnahmen. Produktion, Transport und Aufhängung erfordern erhebliche logistische Leistungen. Zudem müssen die Plakate nach der Wahl wieder abgehängt werden, um die Straßen zu räumen.
In Berlin gibt es zwölf Bezirke, in denen parallel die Bezirksverordnetenversammlungen gewählt werden. Die Plakate bewerben daher nicht nur die Landesliste, sondern auch die Kandidatinnen und Kandidaten aus den jeweiligen Bezirken.
Bis zum 20. September: Der Wahlkampf geht in die Verlängerung
Der Wahltermin steht fest: Am 20. September 2026 wird die Berliner Bevölkerung über die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses und der Bezirksparlamente entscheiden. Die kommenden sieben Wochen werden genutzt, um die Themen zu setzen und die Wählerschaft zu mobilisieren.
Mit den Plakaten wird der Wahlkampf nun im öffentlichen Raum sichtbar. Ob die Plakatflut ihre Wirkung entfalten wird, zeigt sich letztlich an der Wahlurne. Die heiße Phase hat begonnen – und Berlin ist bereits jetzt mit Plakaten überzogen.



