Die Berliner Polizei hat in der Nacht zu einem Einsatz im Regierungsviertel ausrücken müssen. Auf der Kronprinzenbrücke in Berlin-Mitte kam es gegen Mitternacht zu einem Streit zwischen vier Männern, der in einer Messerattacke endete. Zwei 57-Jährige wurden verletzt, der Tatverdächtige konnte wenig später in seiner Wohnung festgenommen werden. Die Hintergründe des Streits sind bislang unklar, das zuständige Fachkommissariat hat die Ermittlungen übernommen.
Drei Männer im Streit – einer greift zur Glasflasche und zum Messer
Den bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge eskalierte die Auseinandersetzung aus bislang ungeklärter Ursache. Ein 57-jähriger Mann soll zunächst einen Gleichaltrigen mit der Faust und einer Glasflasche auf den Hinterkopf geschlagen haben. Anschließend zog er ein Messer und verletzte damit sowohl diesen Mann als auch dessen 57-jährigen Begleiter. Die beiden Männer erlitten Verletzungen im Gesicht; das erste Opfer wurde zusätzlich an Ohr und Hand verletzt.
Kratzer und Schürfwunden: Opfer ambulant behandelt
Trotz des Messereinsatzes blieben die Verletzungen nach Angaben einer Polizeisprecherin relativ glimpflich. Es habe sich um Kratzer und Schürfwunden gehandelt, sagte die Sprecherin. Die beiden Männer wurden noch am Tatort von Rettungskräften versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht, wo sie ambulant behandelt wurden. Lebensgefahr bestand demnach nicht.
Begleiter des Tatverdächtigen nicht an der Tat beteiligt
Der 57-jährige Tatverdächtige war ebenfalls nicht allein unterwegs. Er habe sich in Begleitung eines Mannes befunden, der nach Angaben der Polizei lediglich in den verbalen Streit verwickelt war, nicht jedoch in die körperlichen Übergriffe. Nach der Tat entfernte sich der Beschuldigte zunächst vom Ort des Geschehens. Da die beiden Verletzten der Polizei den Namen des Angreifers nannten, konnten die Einsatzkräfte ihn jedoch kurze Zeit später in seiner Wohnung ausfindig machen. Bei der Durchsuchung der Wohnung beschlagnahmten die Beamten mehrere Messer. Der Tatverdächtige wurde vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen, um erkennungsdienstliche Maßnahmen durchzuführen – also zum Beispiel Fingerabdrücke und Fotos zu nehmen. Diese Maßnahmen dienen unter anderem der Zuordnung von Spuren und der Identifizierung im Fall weiterer Straftaten.
Kronprinzenbrücke: Schauplatz im Herzen des Regierungsviertels
Die Kronprinzenbrücke überspannt die Spree im Berliner Ortsteil Mitte. Sie liegt zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, einem Teil des Deutschen Bundestages. Tagsüber ist die Gegend stark frequentiert – von Angestellten, Touristen und Politikern. Nachts dagegen ist es auf der Brücke vergleichsweise ruhig, weshalb es dort seltener zu solchen Vorfällen kommt. Umso mehr überrascht die Eskalation in der Nacht. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um den genauen Ablauf und das Motiv zu rekonstruieren. Ob die Beteiligten einander vorher kannten oder ob der Streit zufällig entstand, ist Gegenstand der Untersuchung.
Ermittlungen und mögliche rechtliche Konsequenzen
Die Polizei prüft in diesem Fall den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung. Diese Straftat wird im Strafgesetzbuch in Paragraf 224 behandelt. Wer eine andere Person mit einem Messer oder einem anderen gefährlichen Werkzeug verletzt, muss mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren rechnen. Ob der 57-Jährige sich tatsächlich dafür verantworten muss, hängt von den weiteren Ermittlungen ab. Wie in solchen Fällen üblich, werden die beschlagnahmten Messer nun kriminaltechnisch untersucht, um festzustellen, ob eines davon die Tatwaffe war. Ob auch die Glasflasche als Beweismittel sichergestellt wurde, ist bislang nicht bekannt. Die Polizei hat zudem nicht mitgeteilt, ob es Zeugen gibt, die den Vorfall beobachtet haben. In vergleichbaren Fällen bittet die Polizei regelmäßig um Hinweise aus der Bevölkerung. Ein konkreter Zeugenaufruf wurde jedoch zunächst nicht veröffentlicht.
Bilanz und Ausblick
Der Vorfall auf der Kronprinzenbrücke reiht sich ein in eine Reihe von Messerangriffen, die es in Berlin immer wieder gibt. Die Polizei führt daher immer wieder Schwerpunktkontrollen an Kriminalitätsschwerpunkten durch und arbeitet an der Prävention. Für die beiden verletzten Männer endete die Nacht nach ambulanter Behandlung ohne bleibende Schäden. Der Tatverdächtige wird sich nun den Ermittlungen stellen müssen. Ob er sich zu den Vorwürfen äußert, ist nicht bekannt. Die weiteren Ermittlungen führt ein Fachkommissariat, das auf Gewaltdelikte spezialisiert ist.



