Zehn Jahre nach Lkw-Anschlag: Neue Barrikaden für Breitscheidplatz
Zehn Jahre nach Anschlag: Neue Barrikaden für Breitscheidplatz

Am 19. Dezember 2016 lenkte ein islamistischer Fanatiker einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg. 13 Menschen wurden getötet, mehr als 60 verletzt. Nur wenige Tage später, am vorigen Sonnabend, erschütterte ein weiterer islamistischer Anschlag die Stadt: Ein Attentäter griff Teilnehmer des Christopher Street Day (CSD) im Tiergarten an. Die Trauer um die Opfer ist allgegenwärtig, während sich das zehnte Jahr des Breitscheidplatz-Anschlags jährt.

Provisorische Barrikaden seit einem Jahrzehnt

Seit dem Anschlag schützen provisorische Betonbarrikaden den Platz vor ähnlichen Attacken. Doch die Anrainer – darunter Geschäfte, das Hotel und die Gedächtniskirche – drängen auf eine ästhetischere und dauerhaftere Lösung. Die derzeitigen Sperren gelten als unpassend für den historischen und kulturellen Ort. Nach Informationen des Tagesspiegels hoffen die Beteiligten auf eine Neugestaltung, die Sicherheit und Stadtbild vereint. Doch die Umsetzung erweist sich als kompliziert.

Herausforderungen bei der Neugestaltung

Mehrere Faktoren erschweren die Planung: Denkmalschutzauflagen für die Gedächtniskirche, die Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Interessen von Gewerbetreibenden und Anwohnern. Zudem müssen künftige Sperren flexibel sein – etwa für Lieferverkehr und Veranstaltungen. Eine Arbeitsgruppe aus Bezirksamt, Polizei und Senatsverwaltung prüft verschiedene Konzepte, darunter versenkbare Poller oder mobile Barrieren. Die Kosten sind noch nicht beziffert, dürften aber mehrere Millionen Euro betragen.

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Politischer Druck wächst

Der Berliner Senat steht unter Druck, vor dem Jahrestag des Anschlags eine Entscheidung zu treffen. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kündigte an, noch 2026 einen Vorschlag zu präsentieren. Kritik kommt von der Opposition: Der CDU-Innenexperte Burkard Dregger forderte, die Sicherheit dürfe nicht hinter ästhetischen Erwägungen zurückstehen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Anschlag wie 2016 jederzeit wieder passieren kann“, sagte er dem Tagesspiegel.

Gedenken an die Opfer

Parallel zu den Planungen bereitet die evangelische Kirche zusammen mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf eine Gedenkveranstaltung am 19. Dezember vor. An der Gedächtniskirche soll ein Kranz niedergelegt werden, die Namen der Toten werden verlesen. Viele Berliner fordern zudem einen dauerhaften Gedenkort auf dem Breitscheidplatz – nicht nur für die Opfer des Lkw-Anschlags, sondern auch für die des jüngsten CSD-Attentats.

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