Perfektes Abitur mit 900 Punkten: Alexander Jorias über seine Erfahrungen
900 Punkte im Abi: Alexander Jorias über Erfolg und Glück

Alexander Jorias hat das perfekte Abitur erreicht: 900 von 900 Punkten. Der 19-Jährige aus Hessen sieht seinen Rekord jedoch nüchtern. „Das perfekte Abi selbst weiß ich auch nicht, wie viel das jetzt wirklich fürs Leben ausmacht“, sagt er. Wertvoller sei für ihn die Aufmerksamkeit, die das Ergebnis ausgelöst habe. Seit seinem Abschluss berichten Medien über ihn, und er nutzt dies als Chance. „Ich glaube, dass es quasi keine Situation im Leben gibt, wo das nicht irgendwie hilfreich sein kann.“ Es sei vorteilhaft, dass man bei einer Google-Suche nach ihm die Berichterstattung finde.

Von TikTok bis zur Asienreise

Parallel zum Abitur baute Jorias auf TikTok eine wachsende Community auf. Dort teilt er Lernmethoden und Tipps für gute Noten. „Ich sehe TikTok eher so als Sprungbrett und ich finde es sehr cool, sich quasi eine Community aufzubauen, auch Tipps zu teilen. Aber ob man das jetzt als Vollzeitjob macht, weiß ich nicht“, sagt er. Nach seiner Asienreise mit Freunden zieht es ihn nach München, wo er Management and Technology studieren will. Wie es danach weitergeht, lässt er bewusst offen.

Die 0,6, die es nicht gibt

Rechnerisch liegt Jorias' Leistung über einer glatten 1,0. Im Punktesystem der Oberstufe stehen 15 Punkte für die Bestnote 1+. Wer in allen Kursen und Prüfungen 15 Punkte erreicht, erzielt einen Durchschnitt von 0,6. Rechtlich existiert diese Note jedoch nicht; die Abiturdurchschnittsnote endet bei 1,0. Daher wird auch Jorias' perfektes Ergebnis von 900 Punkten auf dem Zeugnis als 1,0 ausgewiesen. Traurig ist er nicht: „Auf dem Zeugnis selbst stehen ja die 900 Punkte schon drauf, das ist okay.“ Es wäre aber schön, wenn man bei Bewerbungen die 0,6 angeben könnte. Laut Hessischem Bildungsministerium hatten 2025 1118 von 23.045 Abiturienten die 1,0. Wie viele die inoffizielle 0,6 erreichten, wird nicht erfasst.

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Glück und mündliche Mitarbeit

Die Diskussion über unterschiedlich schwere Abiturprüfungen in den Bundesländern sieht Jorias gelassen. Auf seinen Social-Media-Kanälen gab es Kommentare wie „Das würde ich jetzt gerne mal in Bayern sehen“. Ob er dieselben 900 Punkte auch in Bayern erreicht hätte, lasse sich nicht einfach beantworten. „Da hängt auch Glück dran“, sagt er. Aber: „Ich glaube, auch in Bayern hätte ich ein sehr, sehr gutes Abi gemacht.“ Sein wichtigster Rat: Die mündliche Mitarbeit sei entscheidend. „Die mündlichen Noten sind eigentlich in den meisten Fächern 50 Prozent der Endnote.“ Wer sich regelmäßig beteilige, verstehe den Stoff besser und müsse vor Klausuren weniger lernen. Ganz ohne Glück gehe es trotzdem nicht: „Wenn die Lehrer keine 15 geben wollen, dann hat man die halt nicht.“

KI als Nachhilfelehrer – mit Vorsicht

Seit Beginn der Oberstufe nutzte Jorias KI regelmäßig als persönlichen Nachhilfelehrer. Sie stelle Aufgaben, kontrolliere Lösungswege und simuliere mündliche Prüfungen. Trotzdem warnt er davor, sich zu sehr auf die Technik zu verlassen. „Manchmal kommt da auch Quatsch raus“, sagt er. „KI kann wie ein Nachhilfelehrer sein, kann dich wirklich kontrollieren, kann dich auch stärker fordern und auch individueller auf dich eingehen, als es ein Lehrer kann, weil der hat halt 20 Schüler oder so und KI ist ja nur one-on-one. Aber auf der anderen Seite hat man halt auch diese Gefahr, dass man wirklich ein bisschen verdummt.“

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