Das Bonaventura-Gymnasium Dillingen verstärkt seine Anstrengungen im Klimaschutz. Die Schule, die von Schülern und Lehrern liebevoll „Bona“ genannt wird, hat ein umfassendes Konzept vorgelegt, um den CO2-Ausstoß der Bildungseinrichtung deutlich zu senken. Im Mittelpunkt stehen Projekte für erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Umweltbildung.
Photovoltaik auf dem Dach der Aula
Seit Jahresbeginn spendet eine neu installierte Photovoltaikanlage auf dem Dach der Aula Strom für den Schulbetrieb. Die Anlage deckt nach Angaben der Schule einen erheblichen Teil des Strombedarfs. Überschüssige Energie wird in das Netz der Stadtwerke Dillingen eingespeist. „Wir wollen die Energiewende nicht nur im Unterricht thematisieren, sondern selbst vorantreiben“, erklärt der stellvertretende Schulleiter, der das Projekt koordiniert. Um den Verbrauch zu senken, wurde zudem die komplette Beleuchtung der Klassenzimmer auf energiesparende LED-Technik umgestellt. Eine Arbeitsgruppe aus Schülern und Lehrern erfasst regelmäßig die Verbrauchsdaten und erstellt eine CO2-Bilanz.
Umwelt-AG und „Grüne Woche“ im Schulkalender
Ein weiterer Baustein des Konzepts ist die Einbindung der Schulgemeinschaft. So hat die Schülervertretung eine „Grüne Woche“ etabliert, die zweimal im Jahr stattfindet. Während dieser Projektwoche beschäftigen sich alle Klassen mit Themen wie Müllvermeidung, Artenschutz und nachhaltigem Konsum. Die schuleigene Umwelt-AG hat in den vergangenen zwei Jahren bereits mehrere Initiativen umgesetzt, darunter das Aufstellen von Trinkwasserspendern, um den Plastikflaschenverbrauch zu reduzieren, und die Neuanlage eines Schulgartens mit Hochbeeten für den Biologieunterricht.
Zusammenarbeit mit der Stadt und den Stadtwerken
Die Schule kooperiert bei ihren Klimaprojekten eng mit der Stadt Dillingen und den Stadtwerken. Gemeinsam wurde die Heizungsanlage modernisiert und eine intelligente Steuerung eingebaut, die die Wärmezufuhr an die tatsächliche Raumnutzung anpasst. Auch die Dämmung des Gebäudes wurde verbessert. In der Mensa kommen seit diesem Schuljahr wiederverwendbare Behälter und Geschirr zum Einsatz; ein regionaler Lieferant sorgt für kurze Transportwege bei Lebensmitteln.
Auszeichnung als „Umweltschule in Europa“
Bereits zum zweiten Mal in Folge wurde das Bonaventura-Gymnasium als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet. Die Schule beteiligt sich damit an einem bayerischen Programm, das besonderes Engagement für Umwelt und Nachhaltigkeit prämiert. Das Zertifikat sei Ansporn und Verpflichtung zugleich, sagt die Leiterin des Umweltteams: „Wir sehen uns als Schule in gesellschaftlicher Verantwortung.“ Für die kommenden Monate plant die Schule eine Vortragsreihe mit externen Referenten und einen Spendenlauf, dessen Erlös für ein Klimaprojekt in der Region verwendet werden soll.
Schüler treiben Ideen voran
Das Engagement beschränkt sich nicht auf den Unterricht. Die Schülerfirma „Bona verpackt“ hat Verpackungsmaterial für den Schulkiosk entwickelt, das aus recyceltem Papier besteht. Ein weiterer Schülerwettbewerb kurz vor den Sommerferien prämierte die kreativsten Ideen für ein energiesparendes Schulgebäude. Die Vorschläge fließen nun in die Planungen der Schulleitung ein. Auch der Elternbeirat beteiligt sich: Er hat die Anschaffung zusätzlicher Trinkwasserspender finanziert und unterstützt einen monatlichen „Klima-Stammtisch“ für interessierte Eltern.
Ziel: Zehn Prozent weniger CO2 in zwei Jahren
Die gesamte Schulgemeinschaft zieht an einem Strang, um einen klaren Auftrag zu erfüllen: Im Laufe der nächsten zwei Jahre will das „Bona“ seinen CO2-Ausstoß um zehn Prozent reduzieren. Dieser Wert ist nicht als Marketingzahl gedacht, sondern wird regelmäßig anhand der erfassten Energie- und Verbrauchsdaten überprüft. Sollte das Ziel erreicht werden, könnte die Schule weitere Projekte in Angriff nehmen, etwa die Installation einer Zisterne für die Gartenbewässerung oder eine Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt für die Schülerschaft. Die Weichen für ein klimafreundliches Schulleben sind gestellt.



