Kein Geld für Ampel: Stadt Potsdam lehnt Forderungen von OSZ-Schülern ab
Stadt Potsdam lehnt Sicherheits-Forderungen von OSZ-Schülern ab

Die Potsdamer Stadtverwaltung sieht in der Verkehrs- und Parksituation am Oberstufenzentrum „Johanna Just“ keinen Handlungsbedarf. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor. Die Schülerschaft hatte zuvor sowohl die Verkehrssicherheit auf der stark befahrenen Berliner Straße als auch die Parkmöglichkeiten in der Umgebung der Schule kritisiert.

Nach Angaben der Schülerinnen und Schüler sind die Parkplätze rund um das Oberstufenzentrum überwiegend gebührenpflichtig oder Anwohnenden vorbehalten. Das bedeute für sie eine zusätzliche finanzielle Belastung. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass tagsüber regelmäßig ungenutzte Parkflächen frei seien – etwa in benachbarten Straßen.

Schule und Sporthalle liegen sich gegenüber

Der zweite Kritikpunkt betrifft die Sicherheit auf dem Weg zum Unterricht. Das Schulgebäude und die zugehörige Sporthalle liegen auf gegenüberliegenden Seiten der stark befahrenen Berliner Straße. Diese ist als Bundesstraße klassifiziert. Die Schüler müssen sie mehrmals täglich queren. Dabei entstünden unübersichtliche Situationen, insbesondere in den Stoßzeiten am Morgen und nach Unterrichtsschluss.

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Die Schülerschaft forderte deshalb einen Zebrastreifen, eine Fußgängerampel oder verkehrsberuhigende Maßnahmen wie eine Tempo-30-Zone. In einer gemeinsamen Aktion hatten sie ihre Anliegen an die Stadtverwaltung herangetragen. Doch die Verwaltung erklärte, das Umfeld sei „objektiv als verkehrssicher einzustufen“.

Unfallgeschehen unauffällig – keine Beschwerden bekannt

Zur Begründung verweist die Stadtverwaltung auf das Unfallgeschehen der vergangenen Jahre, das unauffällig geblieben sei. Auch lägen keine Beschwerden über gefährliche Querungssituationen vor. Die von den Schülern gewünschten Maßnahmen lehnt die Verwaltung daher ab.

Ein Zebrastreifen sei auf der Berliner Straße rechtlich nicht zulässig, heißt es in der Stellungnahme. Eine Fußgängerampel scheitere an der Haltestelle „Mangerstraße“: Würde dort eine Ampel errichtet, müsste der gesamte Bereich „vollsignalisiert“ werden. Dafür stünden im Haushalt keine Mittel zur Verfügung.

Tempo 30 offenbar nie geprüft

Eine Tempo-30-Zone sei bislang nicht geprüft worden, räumt die Verwaltung ein. Stattdessen wird auf die Pflicht der Fußgänger verwiesen: Sie seien „angehalten und verpflichtet“, beim Überqueren der Straße die Lücken im Verkehrsfluss zu nutzen. Diese Formulierung stößt in der Schülerschaft auf Unverständnis. Gerade in den Morgenstunden sei der Verkehr auf der Berliner Straße so dicht, dass sich kaum Lücken ergäben.

Parken: Keine Ausnahmen für Schüler

Auch beim Parken sieht die Stadtverwaltung kaum Spielraum. In der benachbarten Rubensstraße dürften Schülerinnen und Schüler parken, teilte die Verwaltung mit. Besondere Ausnahmeregelungen seien jedoch nicht möglich. Die Verwaltung empfiehlt stattdessen, den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen.

Für viele Schülerinnen und Schüler ist das keine echte Alternative. Sie kommen aus unterschiedlichen Teilen Potsdams und des Umlandes und sind auf das Auto angewiesen, wie sie argumentieren. Die kostenpflichtigen Parkplätze in der Nähe der Schule belasten ihr Budget spürbar. Auch die Forderung nach einer sicheren Querungshilfe bleibt damit vorerst unerfüllt.

Die SPD-Fraktion hatte die Anfrage gestellt, um die Situation der Schüler im Stadtparlament zu thematisieren. Mit der Antwort der Verwaltung ist das Thema jedoch noch nicht vom Tisch. Die Schülerinnen und Schüler kündigten an, weiter für ihre Anliegen zu werben. Ob die Stadt ihre Haltung überdenkt, wird sich zeigen.

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