82-Jähriger überlebt Sturz in Gletscherspalte am Großglockner
82-Jähriger überlebt Gletscherspalten-Sturz am Großglockner

Ein 82 Jahre alter deutscher Bergsteiger ist am Südhang des Großglockners in eine Gletscherspalte gestürzt. Der Vorfall ereignete sich am Ködnitzkees-Gletscher, unmittelbar vor dem Einstieg zum Klettersteig. Nach Angaben der Polizei brach der Mann auf einer schneebedeckten Gletscherspaltenbrücke ein und stürzte rund vier Meter in die Tiefe.

Auf einer Schneebrücke blieb der 82-Jährige liegen. Er konnte sich nicht aus eigener Kraft befreien und setzte selbst einen Notruf ab. Die Rettungskräfte eilten herbei und brachten den Mann mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Lienz. Laut Polizei erlitt er bei dem Sturz nur leichte Verletzungen. Er war allein unterwegs.

Der Unfallhergang im Detail

Nach aktuellen Informationen der Polizei befand sich der Mann auf dem Ködnitzkees-Gletscher in Richtung des Klettersteigs. Kurz vor dem Einstieg geriet er auf eine schneebedeckte Brücke, die über eine Gletscherspalte führte. Das Eis und die Schneedecke hielten dem Gewicht des Bergsteigers nicht stand. Der 82-Jährige brach ein und fiel in die Spalte.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

In der Spalte wartete eine weitere Schneebrücke, die den Aufprall auffing. Diese Schneebrücke verhinderte vermutlich schwerere Verletzungen. Dennoch war es dem Mann unmöglich, sich aus der Spalte zu befreien. Er wählte daraufhin mit seinem Mobiltelefon den Notruf. Die Rettungsleitstelle konnte den Standort des Verunglückten über das Mobilfunknetz eingrenzen und die Bergrettung alarmieren.

Gletscherspalten: Unsichtbare Gefahren im Hochgebirge

Gletscher bestehen aus mächtigen Eismassen, die sich langsam talwärts bewegen. Bei dieser Bewegung entstehen tiefe Risse und Spalten. Besonders tückisch sind sogenannte Schneebrücken: Sie legen sich über die Spalten und sehen oft wie ein harmloser Schneehang aus. Doch ihre Tragfähigkeit kann stark variieren – abhängig von Temperatur, Schneebeschaffenheit und Tageszeit.

Im Hochsommer, wenn der Schnee taut und weich wird, steigt die Gefahr von Einbrüchen enorm. Die Retter betonen immer wieder, dass Gletscher ohne entsprechende Ausrüstung wie Seil und Steigeisen nicht betreten werden sollten. Auch die Kenntnis der örtlichen Verhältnisse ist entscheidend. Auf dem Ködnitzkees-Gletscher sind Spalten keine Seltenheit.

Der Ködnitzkees-Gletscher: Tor zum Großglockner

Der Ködnitzkees ist einer der Gletscher an der Südseite des Großglockners. Er liegt in einer der spektakulärsten Hochgebirgsregionen Österreichs. Von hier aus starten viele Bergsteiger zu einer Besteigung des Großglockners, des mit 3.798 Metern höchsten Berges des Landes. Der Zustieg zum Klettersteig führt direkt über das Gletschergelände.

Der Gletscher ist jedoch nicht ungefährlich. Er verändert sich ständig, und Gletscherspalten können auch an Stellen entstehen, an denen am Vortag noch fester Untergrund war. Wer den Ködnitzkees überquert, muss sich der Risiken bewusst sein. Der Vorfall des 82-Jährigen zeigt, wie schnell aus einem vorsichtigen Schritt ein Sturz in eine Gletscherspalte werden kann.

Rettungseinsatz mit Hubschrauber

Die Rettungskräfte erreichten den Unglücksort mit einem Rettungshubschrauber. Nach Angaben der Polizei war die Suche nach dem Verunglückten nicht schwierig, da der 82-Jährige per Handy erreichbar war und seine Lage beschreiben konnte. Die Einsatzkräfte zogen den Mann aus der Spalte und versorgten ihn noch an der Unglücksstelle.

Anschließend flog der Hubschrauber den Verletzten in das Bezirkskrankenhaus nach Lienz. Dort wurde der 82-Jährige medizinisch untersucht. Nach Polizeiangaben erlitt er nur leichte Verletzungen. Der Mann hatte großes Glück, dass er auf der Schneebrücke gelandet war und ansprechbar blieb.

Allein unterwegs: Ein riskantes Unterfangen

Der 82-Jährige war zum Zeitpunkt des Unfalls allein. Alpinverbände und Bergführer raten dringend davon ab, Gletscher ohne Seilschaft zu betreten. Bei einem Sturz in eine Spalte kann sich ein Einzelner in den meisten Fällen nicht selbst befreien. Die Wände aus Eis und Schnee sind zu glatt, um ohne Hilfsmittel herauszuklettern. Zudem fehlt im Notfall jemand, der sofort die Rettungskräfte alarmieren kann.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

In diesem Fall konnte der Verunglückte selbst den Notruf absetzen, weil er sein Mobiltelefon griffbereit hatte und noch ansprechbar war. Das ist nicht selbstverständlich – viele Stürze in Gletscherspalten enden mit schweren Verletzungen oder Bewusstlosigkeit. Die Einsatzkräfte appellieren daher an alle Bergsportler, auf eine gute Ausrüstung und eine geeignete Begleitung zu achten.

Notruf im Gebirge: So reagiert man richtig

Wer in den Alpen in Not gerät, wählt die europaweite Notrufnummer 112. Diese funktioniert in der Regel auch in abgelegenen Tälern. Wichtig ist, so ruhig wie möglich zu bleiben und den eigenen Standort zu beschreiben. Viele Rettungsleitstellen können Smartphonekoordinaten automatisch empfangen. Dennoch sollte man sich vor der Tour über die Notrufmöglichkeiten informieren.

Im Falle eines Sturzes in eine Gletscherspalte ist Ruhe entscheidend. Man sollte versuchen, sich aufzurichten und so gut wie möglich zu polstern. Wenn die Rettungskräfte kommen, wird man über Seile aus der Spalte gezogen. Der jüngste Vorfall am Großglockner zeigt, dass eine schnelle Alarmierung die Überlebenschancen massiv erhöht.

Der Großglockner: Herausforderung und Verantwortung

Der Großglockner übt eine große Anziehungskraft auf Bergsteiger aus. Sein Normalweg ist zwar gut erschlossen, verlangt aber Erfahrung, Kondition und Respekt vor den alpinen Gefahren. Der Ködnitzkees stellt einen der wichtigsten Zugänge dar. Der jüngste Unfall macht deutlich, dass der Berg auch für geübte Wanderer tückisch sein kann.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass für Touren in großer Höhe eine strikte Selbstkontrolle entscheidend ist. Wer merkt, dass die Kräfte nachlassen, sollte umkehren. Auch das Alter spielt eine Rolle – doch nicht nur. Entscheidend sind die aktuelle Tagesverfassung und die Bedingungen am Berg. Der 82-Jährige hatte Glück im Unglück, doch das hätte auch anders ausgehen können.