Afghanische Frauenärztin Sosan Faqiri kämpft um Neuanfang im Unterallgäu
Afghanische Ärztin kämpft um Neuanfang im Unterallgäu

Die afghanische Frauenärztin Sosan Faqiri hat sich ein klares Ziel gesetzt: Sie will im Unterallgäu ihren medizinischen Beruf ausüben. Nach ihrer Flucht aus Afghanistan möchte die junge Frau in Deutschland Fuß fassen und ihren Traum von der Arbeit als Ärztin verwirklichen. Ihr Weg ist jedoch mit vielen Hürden gepflastert, wie die Augsburger Allgemeine berichtet.

Sosan Faqiri ist gelernte Frauenärztin und hat in ihrer Heimat bereits Patientinnen betreut. Die politischen Verhältnisse und die Sicherheitslage in Afghanistan zwangen sie schließlich zur Flucht. Im Unterallgäu sucht sie nun einen Neuanfang, der sowohl sprachlich als auch fachlich eine große Herausforderung darstellt.

Ein Beruf, zwei Welten

In Afghanistan hat Sosan Faqiri Medizin studiert und als Gynäkologin praktiziert. Die Bedingungen dort sind mit denen in Deutschland kaum zu vergleichen. Viele Behandlungen mussten unter einfachsten Umständen durchgeführt werden, und häufig fehlte es an medizinischer Ausrüstung und Medikamenten. Trotz dieser widrigen Umstände sammelte sie wertvolle Erfahrungen, die sie nun in ihrem neuen Leben nutzen möchte.

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Der Sprung zurück in den Arztberuf ist jedoch steinig. Die deutsche Approbationsordnung stellt hohe Anforderungen an die Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Ärztliche Prüfungen, Fachsprachprüfungen und bürokratische Verfahren sind nur einige der Etappen, die Sosan Faqiri durchlaufen muss. Erst wenn alle Nachweise anerkannt sind, darf sie offiziell als Ärztin arbeiten.

Anerkennung als Schlüssel zum Erfolg

Für geflüchtete Ärztinnen und Ärzte ist die Anerkennung ihres Berufsabschlusses oft der entscheidende Schritt in ein selbstbestimmtes Leben. Ohne sie bleiben nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten, meist unterhalb ihrer eigentlichen Qualifikation. Das Bundesgesundheitsministerium betont immer wieder, wie wichtig ausländische Fachkräfte für das deutsche Gesundheitssystem sind. Dennoch scheitern viele an den bürokratischen Hürden.

Sosan Faqiri ist eine von ihnen. Sie lernt intensiv Deutsch und bereitet sich auf die geforderten Prüfungen vor. Nebenbei engagiert sie sich in der Gemeinde, um schneller Anschluss zu finden. Ihr Ehrgeiz ist spürbar, wie sie immer wieder betont. Solche Aussagen machen deutlich, wie stark ihr Wille ist.

Unterstützung aus der Region

Im Unterallgäu gibt es verschiedene Initiativen, die Zugewanderten helfen, im Berufsleben anzukommen. Beratungsstellen kümmern sich um die Anerkennung ausländischer Qualifikationen, während Sprachkurse und Mentoring-Programme den Einstieg erleichtern. Auch Ärztenetzwerke zeigen Interesse an gut ausgebildeten Fachkräften aus dem Ausland.

Von offizieller Seite wird Unterstützung signalisiert. Gut ausgebildete Fachkräfte seien in der Region willkommen, heißt es. Der Bedarf an medizinischem Personal ist groß, besonders in ländlichen Gebieten. Eine Ärztin wie Sosan Faqiri könnte also durchaus eine Bereicherung für die medizinische Versorgung im Landkreis Unterallgäu sein.

Ein langer Atem für einen Traum

Doch der Weg ist noch lang. Bis zur vollen Approbation vergehen oft Monate, wenn nicht Jahre. Neben den fachlichen Prüfungen müssen die Betroffenen auch die deutsche Medizinalsprache in Wort und Schrift beherrschen. Für Sosan Faqiri bedeutet das ein hartes Training mit Lehrbüchern und Vokabelkarten – jeden Tag.

Ihre Geschichte steht exemplarisch für viele Geflüchtete, die im medizinischen Bereich arbeiten möchten. Sie zeigt aber auch, wie viel Engagement und Durchhaltevermögen innerhalb von Zuwanderungsbiografien stecken. Sosan Faqiri hat schon viel erreicht und ist bereit, noch mehr zu investieren.

Zukunftsperspektive: Hilfe, die ankommt

Wenn Sosan Faqiri ihren Traum verwirklicht, wird sie nicht nur ihren eigenen Lebensentwurf verwirklichen. Sie wird auch ein Zeichen setzen: dass Integration gelingen kann, wenn Menschen sich begegnen und Chancen erhalten. Die Region Unterallgäu könnte von ihrem medizinischen Wissen und ihrer interkulturellen Kompetenz profitieren.

Bis es so weit ist, bleibt sie dran. Mit Geduld, Fleiß und dem festen Willen, anzukommen. Die Geschichte von Sosan Faqiri ist eine Geschichte vom Kämpfen und Nicht-Aufgeben – mitten im Unterallgäu.

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