Der Verein BBAG – Bildung, Begegnung, Austausch – gemeinsam e.V. engagiert sich seit 35 Jahren in Potsdam für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Schwerpunkte sind Integration, politische Bildung und europäischer Austausch. Die Arbeit erfolgt projektbasiert und ohne institutionelle Förderung. Das berichten die Potsdamer Neuesten Nachrichten in der Serie „Vereinsmeierei“.
Integration vom Spracherwerb bis zur Jobsuche
Ines Friedrich, Mitglied im Verein, betont: „Die BBAG ist ein erfahrener Akteur gelingender Integration. Wir managen Integration vom Spracherwerb bis zur erfolgreichen Jobsuche.“ Als Beispiel nennt sie eine ehemalige Deutschkursteilnehmerin, die 2022 aus der Ukraine flüchtete und inzwischen als Beraterin für Arbeitsmarktintegration eingestellt wurde.
Die politische Bildung, insbesondere Demokratiebildung, sei in Zeiten schwindenden Vertrauens in Politik und Politiker besonders wichtig. „Wir leisten diese Arbeit und erreichen damit unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen“, so Friedrich.
35 Jahre ohne institutionelle Förderung
Auf die Frage nach dem größten Vereinserfolg antwortet Friedrich: „35 Jahre ohne institutionelle Förderung und es gibt uns immer noch!“ Dies zeuge von der Beharrlichkeit und dem Engagement der Mitglieder.
Ein Vorurteil, das nicht stimme, sei, dass man auf Vereine wie die BBAG verzichten könne. „Ohne Akteure wie uns geht es nicht! Wer meint, in Zeiten schrumpfender Haushalte ausgerechnet bei den Themen Integration und politische Bildung kürzen zu müssen, verursacht mittelfristig Schäden, die um ein Vielfaches größer als die kurzfristigen Einsparungen oder gar nicht mehr auszugleichen sind.“
Europatag und Wünsche an die Oberbürgermeisterin
Ein gemeinsames Erlebnis, von dem man noch heute spreche, sei das jährliche Potsdamer Europafest auf dem Alten Markt, das am Europatag im Mai stattfindet. „Wer die BBAG in voller Fahrt erleben möchte, der komme am Europatag zum Europafest“, lädt Friedrich ein.
Seit 2025 hat Potsdam eine neue Oberbürgermeisterin, Noosha Aubel. Der Verein wünscht sich von ihr, dass die Kommunalpolitik an den Bedürfnissen der Bürger orientiert wird. „Die Stadtspitze muss einen klaren Kompass vorgeben. Was braucht Potsdam und was entspringt nur den Befindlichkeiten einiger weniger?“, fragt Friedrich. Konkret wünscht sich die BBAG eine verlässliche städtische Struktur für politische Bildung und Integration – einen festen Ort, an dem Angebote gebündelt und sichtbar gemacht werden. Zudem wünscht man sich Transparenz und einen Dialog auf Augenhöhe. „Hier ist Noosha Aubel bereits auf dem richtigen Weg“, so Friedrich.
Unterstützung und Mitmachmöglichkeiten
Die BBAG ist ein gemeinnütziger Verein, der ohne Strukturförderung und rein projektbasiert arbeitet. Aktive Mitglieder sind immer willkommen. „Da wir ohne Strukturförderung arbeiten, blicken wir mit Sorge auf die aktuellen Haushaltsdiskussionen und die politische Großwetterlage“, gibt Friedrich zu bedenken. Spenden sind möglich, und jeder, der die Themen Integration und politische Bildung im gesellschaftlichen Bewusstsein hält, unterstützt den Verein.
Interessierte können einen Blick in das Bildungsangebot werfen: Sprachkurse, Veranstaltungen, Bildungsurlaub in Brüssel. Auch die Freundeskreise der Städtepartnerschaftsvereine unter dem Dach der BBAG freuen sich über Mitstreiter. „Auch wenn Sie eigene Ideen mitbringen: Sprechen Sie uns einfach an!“, ermutigt Friedrich.
Der Verein zeigt, dass zivilgesellschaftliches Engagement auch ohne öffentliche Grundfinanzierung möglich ist. Die Serie „Vereinsmeierei“ der Potsdamer Neuesten Nachrichten stellt regelmäßig aktive Vereine der Stadt vor.



