Queerfeindlicher Brandanschlag auf Jugendclub „Cafe Köpenick“
Brandanschlag auf Jugendclub in Berlin-Köpenick

In der Nacht auf den 24. Juli 2026 haben Unbekannte vor dem Jugendclub „Café Köpenick“ in Berlin-Treptow-Köpenick eine Regenbogenflagge entwendet und anschließend mit einem Brandsatz aus Stroh und Papier angezündet. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen, wie eine Polizeisprecherin dem „Tagesspiegel“ bestätigte. Verletzt wurde niemand, obwohl sich zum Tatzeitpunkt noch Jugendliche in der Einrichtung aufhielten.

Brandanschlag kurz vor dem CSD-Wochenende

Die Tat ereignete sich gegen 0.45 Uhr, nur wenige Tage vor dem Berliner Christopher Street Day (CSD). Die Täter flüchteten nach dem Anschlag unerkannt. Die Betreiber des Jugendclubs zeigten sich in einem Instagram-Beitrag schockiert: „Dass ausgerechnet die Pride-Flag für den Brandsatz verwendet wurde und die Tat unmittelbar vor dem Berliner CSD-Wochenende stattfand, lässt sich für uns nicht vom queerfeindlichen Kontext trennen.“

Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes ist für politisch motivierte Straftaten zuständig und hat die Ermittlungen aufgenommen. Zunächst hatte die „Berliner Zeitung“ über den Vorfall berichtet.

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Jugendclub als offener Ort für Vielfalt

Das „Cafe Köpenick“ versteht sich als offener Treffpunkt für Jugendliche, an dem Vielfalt selbstverständlich sein soll. Die Einrichtung will trotz des Angriffs ihre Haltung und Sichtbarkeit nicht einschränken. Als klares Zeichen gegen Hass und Hetze wurde die Pride-Flagge vor dem Haus bereits wieder aufgehängt.

Gleichzeitig warnt das Team vor Verharmlosung: Wenn aus queerfeindlicher Symbolik ein gezielter Brandanschlag auf eine Jugendeinrichtung werde, in der sich zu diesem Zeitpunkt noch junge Menschen aufhielten, dürfe die Tat keinesfalls als bloße Sachbeschädigung abgetan werden.

Register dokumentiert queerfeindliche Vorfälle

Die Betreiber betonen, dass der jüngste Angriff nicht für sich allein stehe. Das Register Treptow-Köpenick dokumentiere regelmäßig queerfeindliche und extrem rechte Vorfälle, die von der Beschädigung von Regenbogensymbolen über Propaganda bis hin zu handfesten Bedrohungen reichten. Diese systematische Erfassung zeigt, dass die Tat in einem besorgniserregenden Kontext steht.

Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage von LGBTQ-Personen in Berlin. Bereits in der Vergangenheit hatte der Queerbeauftragte der Stadt auf zunehmende Anfeindungen hingewiesen. Die Politik diskutiert derzeit über Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit, etwa durch bessere Aufklärung und härtere Strafen.

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