Die Friedhofsgebühren in einem Markt im Allgäu werden deutlich teurer: Sie steigen um mehr als das Doppelte. Der Gemeinderat hat die Erhöhung beschlossen, um die gestiegenen Kosten zu decken und den Friedhof langfristig zu erhalten.
Gebühren steigen um über 100 Prozent
Konkret bedeutet das: Für eine Reihengrabstätte zahlen Bürger künftig statt 1.200 Euro nun 2.500 Euro. Das entspricht einer Steigerung von rund 108 Prozent. Auch die Gebühren für Urnengräber und andere Bestattungsarten werden angehoben. Die neuen Sätze gelten ab dem kommenden Jahr.
Die Gemeinde begründet die Erhöhung mit gestiegenen Personalkosten, höheren Ausgaben für die Pflege der Anlagen und Investitionen in die Infrastruktur. „Die Friedhofsgebühren müssen kostendeckend sein“, sagte Bürgermeister Hans Müller (CSU) in der Sitzung. „Wir haben die Preise lange stabil gehalten, aber das ist nicht mehr möglich.“
Hintergrund: Kostenexplosion im Friedhofswesen
Die Entscheidung fiel nicht einstimmig. Die Fraktion der Grünen stimmte gegen die Erhöhung und forderte eine sozial gestaffelte Lösung. „Für viele Familien ist das eine enorme Belastung“, kritisierte Gemeinderätin Anna Schmidt. Die Mehrheit des Gremiums folgte jedoch der Verwaltung.
Die Gemeinde betreibt zwei Friedhöfe mit insgesamt rund 5.000 Grabstätten. Die jährlichen Unterhaltskosten belaufen sich auf etwa 350.000 Euro. Durch die Gebührenerhöhung sollen die Einnahmen um rund 180.000 Euro pro Jahr steigen.
Vergleich mit anderen Gemeinden
Im Landkreis Unterallgäu liegen die Gebühren nach einer Erhebung des Bayerischen Gemeindetags im Durchschnitt bei etwa 1.800 Euro für ein Reihengrab. Mit den neuen Sätzen liegt der Markt über dem Durchschnitt, aber noch im Rahmen des Üblichen. Einige Nachbargemeinden haben bereits ähnliche Erhöhungen vorgenommen.
Bürgermeister Müller betonte, dass die Gebühren trotz der Erhöhung weiterhin angemessen seien. „Wir bieten einen guten Service und eine würdevolle Bestattung. Das hat seinen Preis.“
Reaktionen aus der Bevölkerung
Unter den Bürgern sorgt die Ankündigung für Unmut. In einem Online-Forum des Marktes äußerten sich mehrere Nutzer kritisch. „Das ist eine Frechheit“, schrieb ein Nutzer. „Viele Rentner können sich das nicht leisten.“ Andere zeigten Verständnis: „Die Gemeinde muss sparen, da ist die Erhöhung nachvollziehbar.“
Die Verwaltung weist darauf hin, dass es Härtefallregelungen gibt. Bedürftige können einen Zuschuss beantragen. Die entsprechenden Formulare liegen im Rathaus aus.
Ausblick: Weitere Anpassungen möglich
Die Gemeinde kündigte an, die Gebührenentwicklung regelmäßig zu überprüfen. Sollten die Kosten weiter steigen, seien weitere Anpassungen nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig sollen die Friedhöfe modernisiert werden, um den Anforderungen an eine zeitgemäße Bestattungskultur gerecht zu werden.
Die neuen Gebührensatzung tritt zum 1. Januar 2025 in Kraft. Betroffene Bürger erhalten mit den Steuerbescheiden automatisch Informationen über die neuen Sätze.



