Die Mädchen und Buben aus Hiltenfingen haben dem Gemeinderat ihre Visionen für ein lebenswertes Dorf präsentiert. Bei einer Beteiligungsaktion brachten die jungen Einwohner zahlreiche Anregungen ein, die sie zuvor in Gruppen gesammelt hatten. Das Ergebnis zeigt: Die Kinder wünschen sich vor allem mehr Bäume im Ortsgebiet und barrierefreie Wege.
Die Ideen der Kinder sind eingebettet in die laufende Dorfentwicklung. Die Gemeinde will die Perspektive der jüngeren Generation stärker berücksichtigen, um Hiltenfingen für alle Altersgruppen attraktiv zu gestalten. Neben den beiden Hauptanliegen standen auch Themen wie Spielplätze, sichere Schulwege und Begegnungsflächen auf der Wunschliste.
Bäume als Klimaschützer und Schattenspender
Mehr Grün im Dorf ist für die Kinder nicht nur eine Frage der Optik. Sie haben verstanden, dass Bäume das Kleinklima verbessern und an heißen Tagen spürbare Abkühlung bringen. Ein großer Laubbaum kann pro Tag rund 100 Liter Wasser verdunsten und damit die Temperatur in seiner Umgebung um mehrere Grad senken. Diese Zusammenhänge erklärten die jungen Teilnehmer auch den Erwachsenen, die von dem fachlichen Wissen überrascht waren.
Die Kinder regen an, an strategischen Punkten wie dem Ortsplatz, entlang der Ortsdurchfahrt oder auf dem Gelände des Feuerwehrhauses weitere Bäume zu pflanzen. Solche Maßnahmen werten nicht nur das Ortsbild auf, sondern bieten Lebensraum für Vögel und Insekten. Zudem könnten die Baumpflanzungen als Gemeinschaftsaktion mit den Kindern realisiert werden, was die Verbundenheit mit dem Ort weiter stärkt.
Barrierefreiheit: Wege, die wirklich alle nutzen können
Der zweite große Wunsch der Kinder betrifft die Gehwege in Hiltenfingen. Vielerorts sind die Wege zu schmal, zu uneingebnet oder durch Hindernisse versperrt. Wer mit einem Kinderwagen unterwegs ist, auf einen Rollator angewiesen ist oder im Rollstuhl sitzt, stößt häufig an Grenzen. Die Kinder fordern deshalb abgesenkte Bordsteine und eine durchgängig ebene Oberfläche, damit alle Menschen mühelos von A nach B kommen.
Dabei geht es nicht allein um Menschen mit Behinderung. Auch ältere Bürgerinnen und Bürger sowie Eltern mit Kindern profitieren von einer barrierearmen Infrastruktur. Die Kinder machten in ihrer Präsentation deutlich, dass ein Dorf dann lebenswert ist, wenn sich alle sicher bewegen können. Ihre Vorschläge kommen damit dem gesamten Gemeinschaftsgefühl zugute.
Die Gemeinde reagiert und bindet Pläne an
Die Verantwortlichen im Rathaus haben die Anliegen aufgenommen. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurden die Ergebnisse der Kinderbeteiligung vorgestellt und erste Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert. Die Gemeinde Hiltenfingen mit ihren rund 1.400 Einwohnerinnen und Einwohnern wird die Vorschläge in den Bau- und Umweltausschuss verweisen und dort ergebnisorientiert behandeln.
Bereits für das nächste Haushaltsjahr sind zusätzliche Mittel für solche Maßnahmen angedacht. Eine Planungsgruppe soll priorisieren, wo zuerst Bäume gepflanzt und Wege verbessert werden. Ziel ist es, zeitnah konkrete Ergebnisse zu erreichen, damit die Kinder sehen, dass ihre Mitarbeit Wirkung zeigt.
Ein Gewinn für die Demokratie
Die Kinderbeteiligung in Hiltenfingen ist Teil eines größeren Trends in bayerischen Kommunen, Partizipation früh zu fördern. Kinder erhalten so die Möglichkeit, ihre Umgebung aktiv mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Die Gemeinde profitiert von den frischen Ideen und von einer Generation, die sich ernst genommen fühlt und sich später weiter engagieren möchte.
Ob auf dem Spielplatz, im Klassenzimmer oder bei der nächsten Dorfversammlung – die jungen Einwohner von Hiltenfingen werden ihre Forderungen im Blick behalten. Ihr Einsatz könnte am Ende nicht nur für mehr Bäume und barrierefreie Wege sorgen, sondern auch für ein neu gestärktes Zusammengehörigkeitsgefühl im Dorf.



