In Bremerhaven hat die Feuerwehr am Morgen eine außergewöhnliche Rettungsaktion erfolgreich abgeschlossen: Eine Igeldame steckte in etwa zwei Metern Tiefe in einem Drainagerohr fest. Anwohner eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Buschkämpen hatten das Tier entdeckt und sofort die Einsatzkräfte alarmiert. Diese rückten mit mehreren Fahrzeugen an, um das Tier zu befreien.
Rettungsaktion im Stadtteil Buschkämpen
Wie ein Feuerwehrsprecher schilderte, hatte sich der Igel in das enge Rohr gezwängt und kam weder vor noch zurück. Um an das Rohr zu gelangen, mussten die Einsatzkräfte zunächst Steine einer Zufahrt aufnehmen. Anschließend buddelten sie ein etwa einen Meter tiefes Loch, um an das Drainagerohr zu kommen. Ein Teil des Rohres wurde daraufhin durchtrennt. Das Rohrstück samt Igel wurde an die Oberfläche befördert. Mit einer Schere schnitten die Feuerwehrleute das Rohr vorsichtig auf und befreiten das Tier behutsam und unverletzt.
Die Rettungsaktion zog sich über eine längere Zeit hin, da die Einsatzkräfte mit großer Vorsicht vorgehen mussten, um das Tier nicht zu verletzen. Der Feuerwehrsprecher betonte, dass die Koordination mit den Anwohnern entscheidend gewesen sei, um die genaue Position des Igels zu finden. Die Einsatzkräfte arbeiteten dabei äußerst präzise, denn jede Erschütterung hätte das Tier zusätzlich stressen können. Auch der Schutz der Bausubstanz spielte eine Rolle – schließlich sollte das Drainagerohr nach der Rettung seine Funktion erfüllen können.
Stella kommt in die Igelrettungsstation
Die Anwohner hatten der Igeldame bereits den Namen Stella gegeben. Stella überstand die Rettung nach Angaben der Feuerwehr unbeschadet. Sie wurde anschließend in eine Igelrettungsstation gebracht, wo sie tiermedizinisch untersucht und vorübergehend gepflegt werden soll. Die Experten dort werden auch entscheiden, wann und wie das Tier wieder in die freie Natur entlassen werden kann.
Später soll die Igeldame in der Umgebung des Mehrfamilienhauses im Stadtteil Buschkämpen wieder ausgesetzt werden. Dabei werde sichergestellt, dass sie nicht erneut in das Drainagerohr krabbeln könne, betonte der Feuerwehrsprecher. Offenbar plant die Feuerwehr, die Öffnung des Rohres zu sichern oder unzugänglich zu machen. So soll verhindert werden, dass sich künftig weitere Tiere in der Röhre verfangen.
Die Igelrettungsstation, die Stella aufgenommen hat, ist eine von vielen Einrichtungen in Deutschland, die sich um hilfsbedürftige Igel kümmern. In den Sommermonaten sind die Stationen oft gut gefüllt, da viele Jungtiere Hilfe benötigen. Für die Tierpfleger ist jeder Fall eine Herausforderung – das Ziel ist immer die Auswilderung, sobald das Tier wieder gesund ist.
Warum Igel in Not geraten
Igel sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Sie durchstreifen ihr Revier auf der Suche nach Nahrung wie Insekten, Würmern und Schnecken. Dabei können sie in enge Röhren, Schächte oder andere Öffnungen geraten, aus denen sie alleine nicht wieder herausfinden. Besonders tückisch sind Drainagerohre: Sie sind oft glattwandig, können abfallen und liegen meist tief unter der Erde. In solchen Situationen sind die Tiere auf menschliche Hilfe angewiesen. In Deutschland stehen Igel unter Naturschutz, weshalb jeder Einzelne wichtig für die Population ist.
Im August sind Igel vermehrt unterwegs, da sie Fettreserven für den Winterschlaf aufbauen müssen. Diese Zeit ist daher auch für Tierrettungen besonders wichtig. Der Fall von Stella zeigt, wie schnell ein harmloser Ausflug für einen Igel zur lebensbedrohlichen Falle werden kann. Ein Igel, der in einem Rohr feststeckt, hat oft keine Chance, sich selbst zu befreien. Er kann verhungern oder verdursten, wenn keine Hilfe kommt.
So können Sie Igeln helfen
Wer einen Igel in einer bedrohlichen Lage entdeckt, sollte Ruhe bewahren und das Tier nicht einfach herausziehen. Experten empfehlen, die Feuerwehr oder eine örtliche Tierrettungsstation zu alarmieren. Diese verfügen über geeignetes Werkzeug und die nötige Erfahrung. In Bremerhaven hat die Aktion gezeigt, dass mit Geduld und Fingerspitzengefühl auch scheinbar aussichtslose Situationen ein gutes Ende nehmen können.
Darüber hinaus lassen sich Gärten igelfreundlich gestalten: Laubhaufen bieten Schutz, und offene Durchgänge in Zäunen ermöglichen den Tieren, sich frei zu bewegen. Zugänge zu Kellerschächten oder Drainagerohren sollten gesichert werden, damit Igel nicht hineinklettern. So können Unfälle wie der von Stella von vornherein vermieden werden.
Die Rettung von Stella ist ein positives Beispiel dafür, wie aufmerksame Bürger und die Feuerwehr gemeinsam Wildtiere schützen können. Die Igelrettungsstation spielt dabei eine wichtige Rolle, um verletzten oder geschwächten Tieren eine zweite Chance zu geben.



