Ein 13 Jahre alter Junge ist im Süden Thailands nach dem Stich einer hochgiftigen Würfelqualle gestorben. Der Jugendliche wurde am Samstag beim Schwimmen am Ban Fai Tha Beach in der Provinz Nakhon Si Thammarat gestochen, wie der Sender Thai PBS unter Berufung auf die Behörde für Meeres- und Küstenschutz (DMCR) berichtete.
Hochgiftige Seewespen im Indopazifik
Die Würfelqualle, in Australien als Box Jellyfish (Chironex fleckeri) bekannt, wird auf Deutsch auch Seewespe genannt. Sie gehört zu den giftigsten Meerestieren der Welt und kommt vor allem an der Nord- und Ostküste Australiens vor, ist aber im gesamten Indopazifik verbreitet. Ihr Toxin verursacht meist sofort starke Schmerzen und kann innerhalb weniger Minuten Herz und Nervensystem so schwer schädigen, dass es zu Atem- oder Herzstillstand kommt.
In Thailand gab es in den vergangenen Jahren mehrere tödliche Vorfälle, unter anderem vor den beliebten Ferieninseln Koh Samui und Koh Phangan im Golf von Thailand. 2015 starb dort eine junge Deutsche, 2014 ein französischer Junge und 2021 ein israelisches Kind.
Behörden verschärfen Schutzmaßnahmen
Der nun betroffene Strand liegt etwa 800 Kilometer südlich der Hauptstadt Bangkok, ebenfalls direkt am Golf von Thailand. Das Gebiet ist vor allem bei thailändischen Urlaubern beliebt. Zum Schutz der Badegäste haben die Behörden ihre Warnungen verschärft und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an den Küsten angeordnet.
DMCR-Chef Pinsak Suraswadi erklärte, die Regionalbüros seien angewiesen worden, gemeinsam mit Provinzverwaltungen, Gesundheitsbehörden und Strandbetreibern gefährdete Küstenabschnitte kontinuierlich zu überwachen und die Öffentlichkeit zu warnen.
Erste Hilfe: Essig statt Süßwasser
Die Behörden riefen Badegäste dazu auf, nicht ins Wasser zu gehen, wenn giftige Quallen gesichtet werden, den Anweisungen der Rettungsschwimmer zu folgen und Quallen niemals mit bloßen Händen zu berühren. Nach einem Stich sollten Betroffene sofort aus dem Wasser gebracht und die Wunde mindestens 30 Sekunden lang mit Haushaltsessig gespült werden.
Ausdrücklich gewarnt wurde davor, Süßwasser oder Alkohol auf die Verletzung zu gießen oder die Haut zu reiben, da dadurch zusätzliches Gift freigesetzt werden könne. Entlang gefährdeter Strände in Thailand wurden deshalb Essig-Notfallstationen eingerichtet. In Australien schützen in der Quallensaison vielerorts Netze die Badestrände, und Essig gehört bereits zur Standardausrüstung der Rettungsschwimmer.



