Podcast 'Im Osten': Junge Ostdeutsche zwischen Abwanderung und Engagement
Junge Ostdeutsche: Abwanderung und neuer Aufbruch

Seit 1991 haben rund 727.000 Menschen Ostdeutschland verlassen. Gleichzeitig zieht die Generation Z vermehrt wieder in ostdeutsche Großstädte. In der aktuellen Folge des Tagesspiegel-Podcasts „Im Osten – wo Deutschland sich entscheidet“ kommen junge Menschen zu Wort, die im Osten verwurzelt sind und sich dort engagieren. Sie erzählen, was sie hält und wie sie den Blick von außen auf ihre Heimat erleben.

Abwanderung und Rückkehr: Die junge Generation im Osten

Der islamistische Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat tiefe Trauer und Bestürzung ausgelöst. Er wirft Fragen auf und beeinflusst die Wahlkämpfe in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Für die junge Generation, die im Osten aufgewachsen ist und dort gestalten will, sind solche Ereignisse prägend. Der Podcast gibt ihnen eine Stimme.

Es geht um fehlende Jugendclubs, aber auch um erstmals stattfindende CSDs, um Demokratiebündnisse und neu gegründete Schülerparlamente. Junge Menschen aus Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen beschreiben, dass Verwurzelung und Engagement im Osten keine Ausnahme, sondern Alltag sind.

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Kultur und Politik gegen Populismus

Der Rapper Pablo Himmelspach von der Hinterlandgang sieht Kultur als Gegenmittel gegen Vereinsamung und Radikalisierung. Elisabeth Kaiser, Ostbeauftragte der Bundesregierung, erklärt, warum fehlende Infrastruktur und das Gefühl des Abgehängtseins junge Menschen anfälliger für Populismus machen können. Laut Kaiser sind gezielte Investitionen in ländliche Räume und kulturelle Angebote notwendig, um demokratische Werte zu stärken.

Das DEFA-Erbe und die Vielfalt des Ostens

Außerdem sprechen Lena Schneider von den Potsdamer Neuesten Nachrichten, Sabine Schicketanz und Julius Geiler über das Filmerbe der DEFA. 80 Jahre nach ihrer Gründung zeigen die Filme der DDR-Traumfabrik den Alltag einer Gesellschaft, die schon damals vielfältiger war als ihr Ruf. Sie berühren bis heute und sind auch für jüngere Generationen lehrreich.

Der Podcast „Im Osten – wo Deutschland sich entscheidet“ erscheint jeden Donnerstag. Sabine Schicketanz und Robert Ide analysieren die wichtigste politische Frage der Woche – aktuell, klar eingeordnet und mit Stimmen aus der Region. Im September 2026 wird in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gewählt; die AfD liegt in Umfragen deutlich vorn. Der Verfassungsschutz nennt die Partei die größte Bedrohung für die Demokratie im Land. In einigen Orten Ostdeutschlands ist sie jedoch die einzige Partei, die präsent ist.

Der Podcast hört genau hin: Wie konnte es so weit kommen? Hält die demokratische Mitte gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus stand? Was bedeutet diese Entwicklung nicht nur für den Osten, sondern für die Zukunft ganz Deutschlands? Jede Folge bietet einen neuen, tiefgründigen und emphatischen Blick auf Ostdeutschland und die Menschen.

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