Die Diebstähle von Metall auf Friedhöfen in Bayern haben im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) wurden 2024 insgesamt 312 Fälle registriert, in denen Grabschmuck, Vasen oder Figuren aus Bronze und Kupfer entwendet wurden. Das entspricht einem Anstieg von rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 223 Fälle erfasst wurden.
Steigende Metallpreise treiben Diebe auf Friedhöfe
Die zunehmenden Diebstähle stehen nach Einschätzung der Ermittler im direkten Zusammenhang mit den gestiegenen Weltmarktpreisen für Kupfer und Bronze. „Die hohen Metallpreise machen Friedhöfe zu einem attraktiven Ziel für Diebe, die die Grabschmuckstücke einschmelzen und gewinnbringend verkaufen“, erklärt ein Sprecher des LKA. Besonders betroffen sind ländliche Friedhöfe, die oft nur unzureichend gesichert sind.
Die Polizei verzeichnete die meisten Fälle in den Regierungsbezirken Schwaben, Oberbayern und Mittelfranken. Allein in Schwaben wurden 87 Diebstähle gemeldet, in Oberbayern 76 und in Mittelfranken 54. Die Täter schlagen meist nachts oder in den frühen Morgenstunden zu, wenn die Friedhöfe kaum frequentiert sind.
Schäden für Hinterbliebene und Kommunen
Der Schaden, der durch die Diebstähle entsteht, ist nicht nur materiell. „Neben dem finanziellen Verlust, der im Durchschnitt bei rund 500 Euro pro Fall liegt, ist der emotionale Schaden für die Angehörigen ungleich größer“, betont der Sprecher. Viele Friedhofsverwaltungen rüsten nun mit Videoüberwachung und besseren Beleuchtungen nach, um die Täter abzuschrecken.
Ein weiteres Problem ist der Handel mit gestohlenem Metall. Die Polizei appelliert an Schrotthändler, beim Ankauf von Bronze und Kupfer besonders wachsam zu sein und Herkunftsnachweise zu verlangen. In einigen Fällen konnten die Ermittler die Täter bereits über die Verkaufswege überführen.
Prävention und Tipps für Angehörige
Die Polizei rät Angehörigen, wertvolle Grabschmuckstücke zu kennzeichnen oder durch unauffällige Sicherungssysteme wie Erdanker zu schützen. Zudem sollten Friedhofsbesucher verdächtige Beobachtungen sofort melden. Einige Kommunen bieten inzwischen an, Grabschmuck aus weniger begehrten Materialien wie Edelstahl oder Kunststein zu verwenden.
Die Tendenz bleibt nach Einschätzung des LKA angesichts der weiterhin hohen Rohstoffpreise ungebrochen. „Wir rechnen auch in diesem Jahr mit einer hohen Fallzahl und haben unsere Ermittlungsgruppen entsprechend aufgestockt“, so der Sprecher abschließend.



