Der britisch-nepalesische Höhenbergsteiger und Netflix-Star Nirmal Purja ist tot. Nach übereinstimmenden Medienberichten verunglückte der 40-Jährige am Broad Peak in Pakistan tödlich. Die genauen Umstände des Unglücks waren zunächst unklar, eine offizielle Bestätigung durch die Behörden stand zu Redaktionsschluss aus.
Vom Gurkha zum Rekordhalter
Purja wurde 1983 im nepalesischen Darchula geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und trat mit 18 Jahren den britischen Gurkhas bei. Später diente er in den britischen Spezialeinheiten und nahm an mehreren Auslandseinsätzen teil. Nach seiner Militärzeit widmete er sich ab 2012 vollständig dem Bergsteigen.
Seine Militärkarriere prägte seinen Stil: Purja trainierte mit Disziplin und Effizienz. Er entwickelte eine eigene Methode, um mit wenig Ausrüstung in großer Höhe zu überleben. Diese Fähigkeiten waren die Grundlage seines späteren Erfolgs.
Weltrekord in 189 Tagen
2019 gelang Purja das, was viele für unmöglich hielten: Er bestieg alle 14 Achttausender der Erde innerhalb von nur sechs Monaten und sechs Tagen – exakt 189 Tage. Diese Serie begann am Annapurna und endete am Shishapangma. Dabei kletterte er mehrfach ohne zusätzlichen Sauerstoff. Die Bergsteigerwelt feierte diesen Rekord als außergewöhnliche Leistung.
Zu seinen weiteren Meilensteinen gehören die Erstbegehung des K2 im Winter 2021 und mehrere Schnellbesteigungen von Achttausendern. Purja bewies auch bei schwierigen Rettungsaktionen, dass er das Wohl anderer über sein eigenes stellte.
Der Broad Peak in Pakistan
Der Broad Peak ist mit einer Höhe von 8.051 Metern der zwölfthöchste Berg der Welt. Er befindet sich im Karakorum und ist bekannt für extrem wechselhaftes Wetter. Purja hatte den Berg bereits zweimal bestiegen. Bei der aktuellen Expedition war er Teil eines Teams, das den Aufstieg ohne zusätzlichen Sauerstoff versuchte.
Die genauen Umstände des Unglücks sind noch unklar. Medienberichten zufolge soll Purja am Donnerstag während des Abstiegs vom Gipfel tödlich verunglückt sein. Rettungskräfte wurden angefordert, doch die Wetterbedingungen erschwerten die Suche erheblich.
14 Peaks – Die Netflix-Dokumentation
2021 machte die Dokumentation „14 Peaks – Nothing is Impossible“ Purja einem Millionenpublikum bekannt. Der Film zeigt die Strapazen der Rekordtour und die dramatischen Momente, die Purja erlebte. Kritiker lobten die eindringlichen Bilder und die emotionale Tiefe des Films. Der Titel wurde zu Purjas Markenzeichen: „Nothing is impossible“.
Purja blieb bis zuletzt aktiv und plante mehrere neue Projekte. Seine Energie schien unerschöpflich, seine Begeisterung für den Alpinismus war ansteckend.
Bestürzte Bergsteigergemeinde
Die Nachricht von Purjas Tod löste weltweit Entsetzen aus. Der nepalesische Alpinverband würdigte ihn als einen der größten Bergsteiger des Landes. Auch internationale Organisationen kondolierten. In den sozialen Medien erinnerten viele Menschen an seine außergewöhnlichen Leistungen und seine Bescheidenheit trotz der Erfolge.
Purja hinterlässt eine große Gemeinschaft, die ihn als Vorbild verehrt. Seine Karriere zeigte, dass Herkunft keine Grenze setzt, wenn man bereit ist, für seine Träume zu kämpfen.
Ein Vermächtnis, das weiterlebt
Unabhängig von den genauen Umständen seines Todes bleibt Purjas Vermächtnis bestehen. Er bewies, dass Entschlossenheit und harte Arbeit Berge versetzen können. Sein Rekord von 189 Tagen wird wohl noch lange Bestand haben.
Die Bergsteigergemeinde wird ihn in Erinnerung behalten. Der Broad Peak, an dem er so gerne kletterte, ist nun zu seiner letzten Ruhestätte geworden.



