Schulbusunfall Wertingen: Niemand trägt Schuld – Ermittlungen abgeschlossen
Schulbusunfall Wertingen: Niemand trägt Schuld

Nach dem schweren Schulbusunfall in Wertingen im Landkreis Dillingen hat die Staatsanwaltschaft Augsburg die Ermittlungen abgeschlossen. Das Ergebnis: Es gibt keinen Schuldigen. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, konnte weder dem Busfahrer noch einem anderen Beteiligten ein Fehlverhalten nachgewiesen werden. „Es hat sich kein konkreter Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung feststellen lassen“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Unfallhergang: Bus kam von Fahrbahn ab

Der Unfall ereignete sich am 18. November 2024 gegen 7.30 Uhr auf der Staatsstraße 2033 zwischen Wertingen und Binswangen. Ein Schulbus mit 48 Kindern an Bord kam aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab, durchbrach einen Zaun und kam auf einem Acker zum Stillstand. Dabei wurde der Bus stark beschädigt, mehrere Kinder erlitten leichte Verletzungen. Ein Kind wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, konnte aber nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden.

Gutachten und Zeugenbefragungen ohne Ergebnis

Die Ermittler hatten ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben, um die Ursache des Unfalls zu klären. Das Gutachten ergab keinen technischen Defekt am Fahrzeug. Auch die Befragung der Zeugen – darunter der Busfahrer und mehrere Kinder – brachte keine neuen Erkenntnisse. Die Staatsanwaltschaft prüfte zudem, ob möglicherweise ein medizinisches Problem des Fahrers eine Rolle gespielt haben könnte. Auch hierfür gab es keine Anhaltspunkte. „Es bleibt letztlich ungeklärt, warum der Bus von der Straße abkam“, so der Sprecher.

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Folgen für die Beteiligten

Der Busfahrer, ein 54-jähriger Mann aus der Region, war nach dem Unfall unter Schock gestanden und wurde ebenfalls medizinisch versorgt. Er hatte angegeben, sich an den Unfallhergang nicht erinnern zu können. Die Kinder erlitten überwiegend Schürfwunden und Prellungen. Einige von ihnen wurden zur Beobachtung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Sachschaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt. Der Bus musste abgeschleppt werden.

Reaktionen und Ausblick

Der Unfall hatte in der Region große Betroffenheit ausgelöst. Die Polizei hatte noch am selben Tag eine Sonderkommission eingerichtet, um die Ursache zu ermitteln. Nach dem Abschluss der Ermittlungen bleibt für die Betroffenen eine belastende Ungewissheit. „Für die Eltern ist es schwer zu akzeptieren, dass es keine Erklärung gibt“, sagte ein Sprecher des Landratsamts Dillingen. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass die Ermittlungen mit größter Sorgfalt geführt worden seien. Man habe alle technischen und medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft.

Der Unfall hat auch eine Diskussion über die Sicherheit von Schulbussen ausgelöst. Der Landkreis Dillingen kündigte an, die Unfallstelle zu überprüfen und gegebenenfalls bauliche Veränderungen vorzunehmen. Zudem sollen die Sicherheitsvorkehrungen an Schulbushaltestellen verbessert werden. Die Ermittlungsakte wird nun zu den Akten gelegt, es sei denn, es ergeben sich neue Hinweise.

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