Ein schweres Unwetter hat am Dienstag, 14. Juli, weite Teile des Unterallgäus heimgesucht. Besonders betroffen war die Kurstadt Bad Wörishofen. Hier liefen zahlreiche Keller voll, Bäume wurden entwurzelt und umgestürzt. Die Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) handelte es sich um eine kräftige Gewitterzelle, die mit Starkregen und Hagel einherging.
Wie kam es zu dem Unwetter?
Die Ursache für das Unwetter war eine sogenannte Superzelle, die sich über dem Allgäu gebildet hatte. Diese Gewitterform ist besonders langlebig und kann extreme Niederschläge, großen Hagel und Sturmböen verursachen. Die warme und feuchte Luft, die in den letzten Tagen über der Region lag, bildete die Grundlage für die heftigen Gewitter. Der DWD hatte bereits im Vorfeld vor schweren Gewittern gewarnt.
In Bad Wörishofen fielen innerhalb kurzer Zeit große Mengen Regen. Die Kanalisation konnte das Wasser vielerorts nicht mehr aufnehmen, weshalb die Straßen überflutet wurden. Auch in anderen Gemeinden des Landkreises Unterallgäu wie Mindelheim, Türkheim und Bad Grönenbach gab es Überschwemmungen und umgestürzte Bäume.
Welche Schäden sind entstanden?
Die genaue Schadenshöhe ist noch unklar, aber die Einsatzkräfte sprechen von erheblichen Schäden. In Bad Wörishofen mussten die Feuerwehren zu mehr als 50 Einsätzen ausrücken. Keller wurden ausgepumpt, umgestürzte Bäume von Straßen entfernt und beschädigte Dächer provisorisch abgedichtet. Auch die Polizei war im Einsatz, um den Verkehr zu regeln und Gefahrenstellen abzusichern.
Besonders betroffen war die Innenstadt von Bad Wörishofen, wo das Wasser teilweise kniehoch stand. Auch die Thermen- und Klinikbetriebe meldeten Schäden, der Betrieb konnte aber weitgehend aufrechterhalten werden. In einigen Ortsteilen fiel kurzzeitig der Strom aus, wie ein Sprecher des örtlichen Energieversorgers mitteilte.
Wie reagierten die Behörden?
Der Landkreis Unterallgäu richtete einen Koordinierungsstab ein, um die Einsätze zu leiten. Bürgermeister und Landrat zeigten sich besorgt über die Folgen des Unwetters. „Wir sind erleichtert, dass es keine Verletzten gab, aber die Schäden sind beträchtlich“, sagte Landrat Hans-Joachim Weirather. Die Aufräumarbeiten werden voraussichtlich mehrere Tage dauern.
Die Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis wurden alarmiert, auch überörtliche Hilfe kam zum Einsatz. Insgesamt waren rund 300 Einsatzkräfte damit beschäftigt, die Folgen des Unwetters zu beseitigen. Auch das Technische Hilfswerk (THW) wurde angefordert, um bei der Bewältigung der Schäden zu helfen.
Welche Lehren werden gezogen?
Nach dem Unwetter wird über bessere Vorsorgemaßnahmen diskutiert. Der DWD hatte vor dem Gewitter eine Unwetterwarnung herausgegeben, die aber möglicherweise nicht alle erreicht hat. Bürgermeister und Landrat appellieren an die Bevölkerung, Warnungen ernst zu nehmen und rechtzeitig Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Experten weisen darauf hin, dass solche Extremwetterereignisse durch den Klimawandel häufiger werden könnten. Daher sei es wichtig, die Infrastruktur anzupassen, etwa durch verbesserte Rückhaltebecken und eine leistungsfähigere Kanalisation. Auch die Versicherungswirtschaft sieht Handlungsbedarf, um Schäden für Hausbesitzer abzufedern.
Für die Betroffenen in Bad Wörishofen und Umgebung beginnt nun die mühsame Aufarbeitung. Viele müssen ihre Keller entrümpeln, beschädigte Gegenstände entsorgen und Versicherungen informieren. Die Gemeinde hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich Bürger über Hilfsangebote informieren können.



