Eine aktuelle Studie hat untersucht, ob bestimmte Vitamine einen positiven Einfluss auf Asthma haben können. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Insbesondere Vitamin D und Vitamin C könnten die Lungenfunktion bei Asthmapatienten verbessern. Die Studie wurde von Forschern der Universität Augsburg durchgeführt und in der Fachzeitschrift „Journal of Asthma and Allergy“ veröffentlicht.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
Die Forscher analysierten Daten von über 2.000 Asthmapatienten. Dabei zeigte sich, dass Patienten mit einem höheren Vitamin-D-Spiegel im Blut eine signifikant bessere Lungenfunktion aufwiesen als jene mit niedrigeren Werten. Konkret war die Einsekundenkapazität (FEV1) bei ausreichendem Vitamin-D-Spiegel um durchschnittlich 12 Prozent höher. Auch Vitamin C zeigte einen positiven Effekt, wenngleich weniger ausgeprägt.
Die Studienleiterin Dr. Maria Schneider erklärte: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und C das Potenzial hat, die Symptome von Asthma zu lindern und die Lungenfunktion zu verbessern. Dies könnte eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Therapie sein.“
Warum Vitamine bei Asthma helfen könnten
Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems. Bei Asthma ist das Immunsystem überaktiv und reagiert auf harmlose Reize mit Entzündungen in den Atemwegen. Vitamin D kann diese überschießende Reaktion dämpfen. Vitamin C wirkt als Antioxidans und schützt die Zellen vor Schäden durch freie Radikale, die bei Entzündungen vermehrt entstehen.
Die Forscher betonen jedoch, dass die Einnahme von Vitaminpräparaten nicht als Ersatz für die verschriebene Asthmamedikation angesehen werden darf. „Vitaminpräparate können die Therapie unterstützen, aber nicht ersetzen“, so Dr. Schneider. „Patienten sollten vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer Rücksprache mit ihrem Arzt halten.“
Empfehlungen für die Praxis
Auf Basis der Studienergebnisse empfehlen die Autoren, bei Asthmapatienten regelmäßig den Vitamin-D-Spiegel zu überprüfen. Ein Mangel sollte ausgeglichen werden, etwa durch Sonnenlicht, Nahrungsergänzungsmittel oder vitaminreiche Lebensmittel wie fetten Fisch, Eier und angereicherte Milchprodukte. Auch eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C über Obst und Gemüse (z.B. Zitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli) ist ratsam.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 20 Mikrogramm Vitamin D (bei fehlender Sonnenexposition) und 95 Milligramm Vitamin C. Bei Asthma könnte der Bedarf jedoch höher liegen – das müssen weitere Studien klären.
Ausblick: Weitere Forschung nötig
Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, weisen die Autoren auf Einschränkungen hin. Die Studie war eine Beobachtungsstudie, die keinen direkten kausalen Zusammenhang beweisen kann. Zudem wurden nur Erwachsene untersucht. Zukünftige randomisierte kontrollierte Studien sind nötig, um die Wirkung von Vitaminen bei Asthma zweifelsfrei zu bestätigen und optimale Dosierungen zu ermitteln.
Bis dahin gilt: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen ist generell empfehlenswert – nicht nur für Asthmatiker, sondern für alle. Bei spezifischen Fragen zur individuellen Supplementierung sollte der Arzt oder die Ärztin konsultiert werden.



