Geldautomat in Fürth gesprengt – Täter auf der Flucht
In der hessischen Gemeinde Fürth (Kreis Bergstraße) haben unbekannte Täter in den frühen Morgenstunden einen Geldautomaten einer Bankfiliale gesprengt. Die Explosion ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 4.30 Uhr in einem Wohn- und Geschäftshaus. Alle Bewohner des Gebäudes konnten sich unverletzt ins Freie retten. Die Täter entkamen zunächst unerkannt. Die Polizei leitete sofort eine großangelegte Fahndung ein, bei der unter anderem ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam.
Ermittlungen vor Ort
Nach der Sprengung rückten mehrere Streifenwagen und Spezialkräfte an. Das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) entsandte Ermittler zum Tatort, um Spuren zu sichern und Hinweise auf die Täter zu sammeln. Ob die Täter Bargeld erbeuten konnten, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Auch zur genauen Schadenshöhe lagen zunächst keine Angaben vor. Die Bankfiliale bleibt vorübergehend geschlossen.
Hintergrund: Serie von Geldautomaten-Sprengungen
Die Sprengung in Fürth reiht sich ein in eine besorgniserregende Entwicklung: In ganz Deutschland, insbesondere aber in Hessen, kommt es immer häufiger zu Angriffen auf Geldautomaten. Nach einer Statistik des Bundeskriminalamts wurden im Jahr 2025 bundesweit über 400 Fälle registriert, ein Anstieg von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Täter gehen meist professionell vor, nutzen oft Gasgemische oder feste Sprengstoffe und hinterlassen erhebliche Sachschäden. Die Polizei vermutet, dass die Tätergruppen oft aus dem Ausland agieren.
Reaktionen und Sicherheitsmaßnahmen
Vor Ort zeigten sich Anwohner erschüttert. „Wir wurden um 4.30 Uhr von einem lauten Knall geweckt“, berichtete ein Nachbar der dpa. Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, verdächtige Wahrnehmungen rund um Bankfilialen zu melden. Banken reagieren unterdessen mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen, darunter Nebeltechnik, Farbpatronen und verbesserte Alarmsysteme. Dennoch bleiben Geldautomaten aufgrund ihrer schweren Zugänglichkeit ein beliebtes Ziel.
Weitere Details zum Tathergang
Nach ersten Ermittlungen dürften die Täter die Explosion mit einem festen Sprengstoff herbeigeführt haben. Die Wucht der Detonation beschädigte nicht nur den Geldautomaten, sondern auch Teile der Fassade des Gebäudes. Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab und untersuchte die Umgebung mit Spürhunden. Der Einsatz des Hubschraubers diente der Fahndung aus der Luft, um mögliche Fluchtfahrzeuge zu identifizieren. Bislang fehlt jedoch jede heiße Spur.
Ausblick
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei bittet Zeugen, die im Bereich der Bankfiliale in der Nacht verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich zu melden. Ob die Täter mit anderen aktuellen Fällen in Zusammenhang stehen, wird von den Ermittlern des HLKA geprüft. Die Bevölkerung in Fürth zeigt sich verunsichert, bleibt aber ruhig. Die Gemeindeverwaltung kündigte an, mit der Bank über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu sprechen.



