In Olsberg im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen hat eine Powerbank in einer Wohnung einen Brand ausgelöst. Der Energiespeicher befand sich in der Tasche einer 30 Jahre alten Frau, als er sich entzündete. Die Frau griff beherzt in die Tasche, um das brennende Gerät zu entfernen, und erlitt dabei Verbrennungen an Hand und Unterarm. Zusätzlich atmete sie giftigen Rauch ein und erlitt eine Rauchgasvergiftung. Ein Rettungshubschrauber brachte die Verletzte am Samstag in ein Krankenhaus.
Auch ein 58 Jahre alter Nachbar wurde in den Vorfall verwickelt. Er versuchte, den Brand mit einem Feuerlöscher einzudämmen, wurde dabei jedoch von den gefährlichen Rauchgasen erwischt. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen an und musste den Zimmerbrand unter schwerem Atemschutz löschen. Der betroffene Wohnbereich war nach dem Einsatz zunächst unbewohnbar. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde die Etage belüftet und die Bewohner konnten andere Räume wieder betreten, während die Brandwohnung selbst gesperrt blieb.
Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen ist die Powerbank als Auslöser des Feuers identifiziert. Warum sich der Lithium-Ionen-Akku in der Handtasche entzündete, ist bislang unklar. Ein Gutachter soll nun die technischen Details prüfen und feststellen, ob ein Produktionsfehler, eine Beschädigung oder unsachgemäße Handhabung die Ursache war. Die Ermittlungen dauern an, wie die Polizei mitteilte.
Warum Powerbanks plötzlich brennen können
Powerbanks stecken voller Technik: Sie bestehen meist aus Lithium-Ionen-Akkus, die eine hohe Energiedichte besitzen. Auf kleinem Raum wird viel Strom gespeichert, um Smartphones und Tablets unterwegs aufladen zu können. Diese Technik hat jedoch ihre Tücken. Ein innerer Kurzschluss, ein Sturz oder eine Beschädigung der Zelle kann dazu führen, dass sich der Akku unkontrolliert erhitzt. In der Folge kommt es zu einer sogenannten thermischen Durchgehen: Die Zelle brennt mit sehr hoher Temperatur, setzt giftige Dämpfe frei und kann benachbarte Materialien entzünden.
Im aktuellen Fall hat der Brand offenbar in einer Handtasche begonnen. Die Tasche selbst bot leicht entflammbares Material wie Stoff und Leder, wodurch sich das Feuer schnell ausbreiten konnte. Die Feuerwehr warnte in der Vergangenheit bereits vor solchen Bränden, da sie oft mit intensiver Rauchentwicklung einhergehen. Schon wenige Sekunden in der Rauchwolke können zu einer Rauchgasvergiftung führen, wie das Beispiel der 30-Jährigen und ihres Nachbarn zeigt.
So lassen sich Akku-Brände vermeiden
Um das Risiko eines Brandes zu minimieren, sind einige einfache Regeln zu beachten. Powerbanks sollten niemals extremer Hitze ausgesetzt werden – dazu gehört auch das Liegenlassen im Auto im Sommer. Ebenso sollte das Aufladen nicht unbeaufsichtigt erfolgen. Besonders nachts, etwa unter dem Kopfkissen, kann ein entstehender Brand unbemerkt bleiben. Stattdessen sollten Akkus auf einer feuerfesten Unterlage laden.
Zudem ist die Qualität entscheidend. Billige Nachbauten ohne Prüfsiegel können schneller überhitzen als Markenprodukte. Ein Blick auf das CE-Zeichen und geprüfte Marken wie Anker, Samsung oder Xiaomi hilft, einzuschätzen, ob das Gerät sicher ist. Auch Kabel und Ladegeräte sollten zum Akku passen. Beschädigte Kabel mit bloßen Stellen wirken als Brandauslöser. Wer eine Beule am Gehäuse entdeckt oder das Gerät während des Ladevorgangs heiß wird, sollte es sofort abstecken und entsorgen.
Auch das Laden über Nacht ist riskant. Wenn während des Schlafs ein Kurzschluss auftritt, kann sich das Feuer unbemerkt ausbreiten. Deshalb empfiehlt es sich, den Akku zu trennen, sobald er vollständig geladen ist. Überladung führt zu übermäßiger Wärmeentwicklung und kann die Zellen schädigen. Alte oder beschädigte Akkus gehören keinesfalls in den Hausmüll. Sie müssen an Sammelstellen im Elektrohandel oder auf Recyclinghöfen abgegeben werden, um Brände in Müllfahrzeugen zu vermeiden.
Falls es dennoch zu einem Akku-Brand kommt, gilt: nicht mit Wasser löschen, sondern das Gerät mit Sand, einem Feuerlöscher oder einer speziellen Löschdecke ersticken. Im Zweifel ist der sicherste Weg, sofort die Feuerwehr zu alarmieren und den Raum zu verlassen. Die giftigen Rauchgase sind ernst zu nehmen, wie der Vorfall in Olsberg gezeigt hat. Die Verletzten werden weiterhin im Krankenhaus behandelt; die Polizei hofft, durch den Gutachter aus der Asche der Powerbank die genaue Brandursache rekonstruieren zu können.



